212 Geschichte der Kreuzzüge. Buch II. Ka p. XV.
die Franken dieselbe durchs Feuer zerstört haben. Nur we-nige Bücher sollen gerettet und in verschiedene Länder zer-streut worden seyn.
Erove- Nach der Eroberung von Tripolis, womit Bertram be-lehnt wurde, zog der König Balduin noch in der Kalte desFebruars nach dem Rathe Vcrtrams vor Berytus und be-kannte diese Stadt mit Hülfe der Pisaner zu Wasser und zuLande fünf und siebzig Tage lang so gewaltig, daß der Emirund die vornehmsten Einwohner, da sie keine Hülfe ans Ae-gypten erwarten durften, ihre Güter, welche sie nicht mitsich nehmen konnten, verbrannten und nach Cypern flohen,die übrigen Einwohner aber nach bedungenem freyen Abzugdie Stadt übergaben. Die Pisaner brachen aber auch in
April Berytus ihr Wort aus bloßer Blutgier; denn Deute warbei) dem zurückgebliebenen armen Volke nicht zu finden.Keiner der Saracencn, welche nach dem Einzüge der Pilgernoch in der Stadt waren, entging dem Schwerte der Pisanerund der Provenßalen, welche mit den Italienern zu gleicherFrevelthat sich vereinigten ^).
Balduin aber, nachdem er mit zwey wichtigen Städtensein Reich befestigt und erweitert hatte, kehrte zur Feyer desPfingstfestes nach Jerusalem zurück, um den christlichen Brü-dern in Edcssa schnelle Hülfe zu bringen Wider ein furchtba-res türkisches Heer, dessen Ankunft schon vor Berytus ihmgemeldet wurde.
8 S) ^Id. Lg. XI. I>. IZ — 17.Du Ich er (0. 36.) und Wilhelmvon Tyrus XI. iz. erwähnennur des Gemetzels derjenigen Sa-racenen, welche zur See entfliehenwollten, aber durch die Pilgerfthiffe
in die Stadt zuruckgetrieben, wurden,so wie überhaupt nach diesen Schrift-stellern Berytus nicht durch Ueber-gabe, sondern in» Sturm genommenwurde.