ryr Geschichte der Kreuzzüge. Buchlk. Kap. XV.
Diesen Freystaaten konnten also die Unternehmungender Wallbrüder in Syrien nicht gleichg: g seyn. Selbst
abgesehen von den reizenden Aussichten, welche dadurch fürihren morgenländischen Handel sich ihnen eröffnten, warschon die Ueberfahrt der Pilger ihren Seefahrern ein sehr ein-träglicher Ecwerbszwcig und daher war es auch ihnen wich-tig, daß durch die Eroberung der syrischen Seehafen dieMeerfahrt nach dem gelobten Lande von den Gefahren be-freyet wurde, welche viele abendländische Christen von derWallfahrt nach dem heiligen Grabe hätten abschrecken kön-nen , so sehr sie auch durch Andacht und Frömmigkcir sichdazu aufgefordert fühlten. Dann aber wäre das Gewerbder Ueberfahrt der Pilger, welches so viele bereicherte, we-niger einträglich geworden. Aber wie viel lockender mußteihnen die Hoffnung seyn, des ausgebreiteten Handels dieserStädte sich zu bemächtigen! Der unermeßliche Reichthum,welcher nach den einstimmigen Beschreibungen mehrerer Zeit-genossen in ihnen damals gefunden wurde, läßt auf dieWichtigkeit des Handels schließen, der sie belebte. Daherbceifcrtcn sich vornehmlich Venetianer,. Pisancr und Genue-ser, den Lateinern in Syrien zu der Eroberung der syrischenHäfen behülflich zu seyn, und ihnen die Schiffe zu liefern,welche sie bedurften, um sie von der Seeseite zu bestürmen.Mit ihrer Unterstützung überwand die Beharrlichkeit derCheistenhelden und ihr frommes Vertrauen auf die Hülfe desHeilandes die unbeschreiblichen Schwierigkeiten der Ueber-windung jener reichen und festen Städte. Aber diese gewinn-süchtigen Kaufleute ließen sich auch ihren Beystand nicht bloß'mit einem ansehnlichen Anrheil der Beute bezahlen, sondernbedungen sich auch in den Städten bedeutende Handelsvor-rhcile und ganze Quartiere mit eigener Gerichtsbarkeit aus,