i84 Geschichte der Kreuzzüge. Buch II. Kap.XIV.
welcher auch zu Balduins Zeiten zwischen Christen und Mu-selmännern nicht selten Statt fand. Die Eroßmuth und dieMenschlichkeit des Königs gewannen auch ihm die Achtung der2'noi^' Feinde. Als einstens Balduin mit vielen arabischen Gefan-genen vom andern Ufer des Jordans zurück kehrte, geschahes, daß die gefangene Gattin eines angesehenen arabischenEmirs auf dem Wege in Kindcsnöthen kam. Der menschen-freundliche König ließ ihr sogleich ein so bequemes Lager alsmöglich bereiten, gab ihr so viel Speise als sic für mehrereTage bedurfte und zwei) Schlauche mit Wasser, schenkte ihrunter ihren Sklavinnen diejenigen wieder, von welchen sieam liebsten sich bedienen ließ, und zwei) Camelstuten, umMit deren Milch sich zu erquicken, ja er gab ihr zum Schutzegegen die Witterung selbst den Mantel, mit welchem er be-kleidet war. Als bald hernach der arabische Emir, welchermit einer großen Zahl Reiter den Christen nachfolgte, un-verhofft seine Gattin, deren Schicksal ihn sehr betrübte, amWege fand und des christlichen Königs edle und gütigeHandlung vernahm, da pries er die Tugend der abendlän-dischen Christen und wünschte sich sehnlichst eine Gelegenheit,dem König Balduin die Freundlichkeit gegen seine Gattin zuvergelten ^). Dieser arabische Emir war der, welcher,wie oben berichtet worden, zu dem Könige nach Rama kam,um ihm die Gefahr kund zu thun, welche ihn bedrohte undihn daraus zu retten^).
Der Muth und das Vertrauen der Lateiner in Syrien,sonst felsenfest und unerschütterlich, wankte nur einige Mal,als in mehreren Jahren nur wenige Pilger in der Absicht an-langten, mit den Brüdern im gelobten Lande zu bleiben unddasselbe wider die Ungläubigen zu beschirmen, sondern die
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