Druckschrift 
2 (1813) Das Koenigreich Jerusalem und die Kämpfe der Christen wider die Ungläubigen bis zu dem Verluste der Grafschaft Edessa und dem Kreuzzuge der Könige Conrad des III. und Ludwig des VII im Jahre 1146
Entstehung
Seite
167
Einzelbild herunterladen
 

König Balduin I. ^ 167

fromme Hingebung in Gottes Willen, welche durch die Er-innerung an den Schmerzentod des Heilandes an jenem hei-ligen Holze in den Gcmüthern der Streiter Gottes erwecktwurde, gaben ihnen frohen Muth zum Kampfe wider dieHeiden. Die Wallbrüder betrachteten sich als das VolkGottes im neuen Bunde, gleichwie die Kinder Israel dasheilige Volk des alten Bundes waren; und gleichwie dieVundeslade, als das Zeichen der Versöhnung mit Gott,die Streiter des hebräischen Volkes im Getümmel der Schlachtwider Cananiter, Philister und andrrc Feinde an die Ge-genwart Gotccs erinnerte *), eben so gab das heilige Kreuzals das Zeichen des neuen Bundes, den Streitern Gotteswider die Muselmänner die ermunternde lleberzeugung, daßGottes Gnade und Weisheit den Sieg lenke. Was konnteerhebender und tröstender seyn, als der feste Glaube, daßalle Wallbrüdcr, welche von den Säbeln der Türken oderden Pfeilen und Strcitkolbcn der Mohren fielen, nur durchGottes Zulassung den Märtyrertod, manche den Tod nur alsdie Strafe und die Sühne ihrer Sünden fänden ^)? Dar-um zogen die Streiter muthig in die Schlacht, mit Freudenim Kampfe für den Heiland dem Tode sich unterwerfend,durch welchen sie der Vergebung ihrer Sünden gewiß wur-den ^). Mit Löwenmuth aber beschirmten die Streiter Got-tes im Gedränge der Schlacht das allcrhciligste Kreuz, unddie Anstrengung der Ritter in einem unglücklichen Kampfedieß Hciligthum zu retten, gab ihnen oftmals den verlornen

5 ) Diese Vergleichung findet sichbey Fnlchcr a. IIN. 4g.

6) IVlajor norrrae Ulrinis xe-sicsrriz, sagt der antwchische Can;-lcr Kauticr (a. a. 2.), i>ernii-5i!,neDcrmini eoneuesa, tioslüini gleäigcoriuir.

7) S. bclsin vorigen Kap. Anm. y.