i66 Geschichte der Kreuzzüge. Buch II. Kap. XIV.
Denn der mächtige Athabek in Damaskus half selten, undnur für Geld den Untcrthancn des ägyptischen Chalifcn Widerdie Franken; gewöhnlich suchteer die Unternehmungen derAcgvprier zu hemmen, und niemals wurde ein Vorthcil,welchen Aegyptier oder Damastener über die Christen gewolltneu, gemeinschaftlich verfolgt.
Oefterer als die Muselmänner siegten die Christenheldendurch die Hülfe des allerhciligstcn Kreuzes H, und durch dieZuversicht, welche der Glaube an dessen Wunderkraft undfrommes inbrünstiges Gebet erweckte. Der König Balduinvermaß seit dem unglücklichen Tage, an welchem er, aufdie Stärke seines Arms und die Tapferkeit seiner Heergc-nosscn vertrauend, ohne das Holz des heiligen Kreuzes denKampf mir den Feinden bey Aökalon gewagt hatte, sich nie-mals wieder zu gleichem Ucbcrmuth, und selbst, wenn ernach Edcssa oder Antiochien zog , um den dortigen Brüderngegen die Uebermacht der Ungläubigen beyzustehen, nahm erdas Heiligthum mit sich, so schmerzlich auch den Christen inJerusalem die Enfcrnung desselben aus den Eränzcn des Kö-nigreichs war 4). Die hohe Begeisterung, die das heiligeKreuz, vom Patriarchen oder von einem Abte oder Bischöfemuthig in das Schlachtgetümmel getragen, erregte, und die
3 ) S, im vorherg. Kap. Anm. 16.Folgende und ähnliche fromme Aus-drücke sind sehr häufig bei) denSchriftstellern: ,,.4nxi!io Domini.
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4) Unter Valduin II., welcher zuoft nach Antiochien mit dem heili-gen Kreuze zog, entstand sogar einStreit, indem die Lateiner in Je-rusalem behaupteten, das; das heiligeKreuz seincWundcr nur für das König-reich verrichten dürfe. S. unten inder Geschichte der Negierung Bal-duins II.