König Balduin I. 141
land, dennoch fortsetzend, wehrten sich tapfer, so lange es 2ihnen an Essen und Trinken nicht gebrach, und verloren da-her wenige aus ihrem Volke. Dann belagerten sie Zconium,wiewohl vergeblich, und zogen auf dem Wege gen Melitenezu einer am Flusse Halys gelegenen, Reclei damals genann-ten, Stadt, welche von den Einwohnern verlassen und zer-stört war 6 '). Plötzlich aber sahen sie sich in einem Thale,wo alle Brunnen durch die Ungläubigen verschüttet waren,von den Türken ringsum eingeschlossen. Drey Tage langerduldeten sie mit festem Sinne den schrecklichsten Durst, anwelchem mehr als drcyhundert Wallbrüder starben. Alsaber am vierten Tage die Türken wie ein brausender Wald-strom vom Gebirge herabstürzten auf das ermattete Volk,von welchem alles Vertrauen auf Gott und alle Begeisterunggewichen war, gewannen die Ungläubigen mit leichter Müheden Sieg. Robert, der Bruder des Grafen -Wilhelm undWilhelm von Nonante, der Pannerherr des Heers, flohenzuerst mit allen Rittern nach Germanicopolis und überließendas arme Fußvolk der Willkühr der Türken, und ihnen folgteauch bald selbe Graf Wilhelm von Revers. Nicht mehr alssiebenhundert entkamen von diesem ganzen Volke. Mehr alstausend Damen, und eine große Veure von Nossen, edclm
Si) Unter Stancona Key Äl-be-t von Aix ist ohne ZweifelAkoniumzu verstehen- Denn i)ist derName offenbar zusammengesetzt ausxL» und Ktinliah oder Ko-nto, dem spätem Namen von Jko-nium. o) Liegt nach Albert vonAix (Vlil. Z8.) unfern Stanconadie Stadt Phiniminum oder Philo-nlclium (vgl. Th. I. S. 2ir.), wffSebenfalls auf Jeonium pafft. z) Konn-
ten wohl die Wallfahrer, wenn sirrechts von der Straffe der Lango-barden (^Id. VIII. 27.), und aufkürzerm Wege, wie cs scheint, gegenMelitene ziehen wolltet!, keinen än-dern Weg, als den über Jeoniumnehmen. Neclei, welches nachAlbert von Aix (vax. -zg.) amFlusse Halys gelegen war, ist ohneZweifel das alte ArchelaiS inCappadocien.
>. Chr.
eien.