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2 (1813) Das Koenigreich Jerusalem und die Kämpfe der Christen wider die Ungläubigen bis zu dem Verluste der Grafschaft Edessa und dem Kreuzzuge der Könige Conrad des III. und Ludwig des VII im Jahre 1146
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I. Cbr.

noi.

98 Geschichte der Kreuzzüge. Buch n. Kap. X.

erfreuet hatte. Von der dritten Tagesstunde an hielten la-teinische und griechische Priester abwechselnd das Hochamt;und als um die neunte Stunde einer der griechischen Priesterdreymal Kyrie eleison gerufen und alle Christen geantwortethatten, öffnete der Patriarch mit seinen Schlüsseln die Thürdes heiligen Grabes, aber erfand die Lampe nicht aiigezündct»Nachdem er, wahrend die Gemeinde inbrünstig Kyrie eleisonmehrere Male wiederholte, auf den Knicen vor dem heiligenGrabe Gott vergeblich um das Wunder angeflchet hatte, trat erhervor und verkündigte die traurige Botschaft, daß Gott seinGebet nicht erhört habe. Fulcher, des Königs Capellan, begabsich hierauf mit dem Capellan des Patriarchen auf den Oel-berg; denn dort pflegte zu Zeiten das Wunder zu geschehen,wenn die Christen am heiligen Grabe es vergeblich erwarteten.Aber auch dorther konnte nicht fröhlichere Botschaft gebrachtwerden. Hierauf ergriff schmerzliche Betrübniß alle, undihre Betrübniß wurde je mehr Verzweiflung, je mehr derTag sich neigte. Jeder prüfte sich, ob er durch seine Sün-den bcygetragen, die Christen jenes erfreulichen Zeichens dergöttlichen Gnade zu berauben; manche Pilger, welche trotzdes gcmeinschaftiichcn Gelübdes bisher sich einander gehaßtund angcfcindet hatten, versöhnten sich vor dem Patriar-chen, um durch Friedfertigkeit der Gnade Gottes würdigerzu werden. Andere trösteten sich mit dem Gedanken,das heil. Feuer scy einst nothwendig gewesen zur Erhaltungder Christen in der heiligen Stadt ^), indem die Türkenalle ermordet haben würden, wenn das Wunder ein Malausgebiiebcn wäre; jetzt aber sey das Wunder nicht mehr

8) Wenigstens zu Hakems Zeiten (S. sic» in Jerusalem abhängig gewesenTh. 1. S. 32.) scheint allerdings von zu 'seyn. S, Anm> n.diesem Wunder die Duldung der Chri-