König Balduin I.
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daß er leicht für denjenigen, welcher ihn daraus erlöste, denSchimpf und die Unbill vergaß, welche er als stattlicher Ritterhätte rachen sollen; und diese Verlegenheit des Königs wardem Patriarchen nicht unbekannt. Diesen schmerzte indcßnichts empfindlicher, als daß am heiligen Donnerstage derpäpstliche Legat allein, in weißem Gewände nach alter Sitteund mit den übrigen Amtszeichen, auf dcmOelbcrge das hei-lige Salböl weihte und ihn von aller Theilnahmc an diesemheiligen Werke ausschloß. Betrübt flehte daher Dagobertden König an, er möge nicht solche Schmach über ihn kom-men und ihn nicht den Pilgern zum Gerede werden lassen,und nur an diesem Tage ihm die Ausübung seines Amtesgestatten. Der Patriarch erinnerte den König an die Krö-nung und Salbung, welche er von seinen Händen empfan-gen habe; aber allen diesen Bitten und Erinnerungen ver-schloß Balduin seine Ohren. Als aber der Patriarch heim-lich zu dem Könige redete, wie er ihm dreyhundert Gold-stücke bezahlen wolle, wenn er seine Bitten gewähre, dawarb der König milder, wandte an den Legaten seine Redeund ersuchte diesen, dem Patriarchen es zu gestatten, daßer die heiligen Werke seines Amtes verrichte, sowohl das hei-lige Salböl weihe, als auch am Osterfeste nach der Weiseder Kirche zu Jerusalem den Pilgern den Ablaß und die Ver-gebung ihrer Sünden bey Gott verkündige, damit nicht dieSpaltung in der erst entstehenden noch zarten Kirche den Pil-gern zum Aergerniß und den Feinden des Glaubens zum Ju-bel werde. Nach dem Osterfeste könne Dagoberts Sachewiederum borgenommen und seine Strafe bestimmt werden.Der Legat, dem Wunsche des Königs nachgebend, legte disPriesterkleidung ab und gab sie dem Patriarchen.