Y4 Geschichte der Krcuzzüge. Buch II. Kap. X.
sk>t ihm Jerusalem und Joppe übergeben werden mußten.Als mit jedem Tage der Haß und die Feindschaft heftigerwurden, forderte der König endlich den Papst Paschalisden Andern auf, den Patriarchen zu strafen, welcher durchStörung des Friedens und Todfchlag die Kirche am heiligenGrabe verwirre. Bald hernach kam auch der Cardinal Mo-ritz als päpstlicher Legat ins gelobte Land, segnete den Königund das Volk zu Jerusalem und gelobte nach des PapstesGebot in Heiligkeit und Gerechtigkeit den König und die ge-horsamen Söhne der Kirche zu hören und ihren Hader zu ver-söhnen. Als nun die Bischöffe und Acbte des Reichs vordem Legaten sich versammelt hatten, erhob der König nichtnur die frühem Klagen wider Dagobert, sondern beschul-digte ihn auch, daß er sogar sich nicht cntblödet habe, einStück vom beseligenden Holze des allerheiligstcn Kreuzes zuveräußern; die ganze Gemeinde rief Balduin auf, für dieWahrheit seiner Beschuldigungen zu zeugen. Dem Patriar-chen, als er einen hinreichenden Beweis für seine Unschuldnicht zu führen vermochte, wurde die Ausübung des göttli-chen Amtes so lange untersagt, bis er von der Anklage sichreinigen könnte. So erduldete die neu gegründete Kirche zuJerusalem das Aergerniß, daß ihr erster Patriarch als un-rechtmäßig eingesetzt verworfen und ihr zweytes rechtmäßigergewähltes Oberhaupt wegen schwerer Anklagen von seinemAmte entfernt wurde.
Dagobert aber fand bald einen Weg, um denKönig Bal-duin, wenigstens auf einige Fett, zu gewinnen^ Die Be-schränktheit der Einkünfte der Krone, welche nicht hinrcichten,um eine so große Anzahl von Rittern zu unterhalten, als dieBeschirmung des Landes und der wallfahrtenden Pilger er-heischte, brachte den König bald in eine solche Verlegenheit,