Herzog Gottfried. 5Z
der Stadt Jerusalem, welchen seit sechs und dreyßig Jah-ren vor Eroberung der Stadt die Patriarchen besaßen,war von Gottfried auch dem lateinischen Patriarchen nichtgenommen worden, und niemand wußte von einer Bedin-gung, durch welche der Herzog irgend jemanden zu jährli-chem Zins oder zu beständigem Gehorsam scy verpflichtetworben, als ihm die Fürsten des Kreuzhcers das Regimentvon Jerusalem übergaben und die Krone des neuen Reichesantrugen. Einige entschuldigten den Patriarchen damit,daß er nicht aus eigenem Entschluß, sondern auf den Antriebboshafter Menschen Unfrieden und Zwietracht stifte.
31) Zu dem Besitze des Quartiersder Stadt, dessen äussere Eränzc vondem Thor Davids in Wessen, demEckthurm TankredS vorbei,, bis zumnördlichen Thor des heil. Stephansin der äusscr» Mauer sich erstreckte,und dessen innere Gränze durch dieStrasse gebildet wurde, welche vondem Stcphansihor biS an die Eeld-wcchSlcrtische lrrcgnc aä mensas irrr-rnuiariorum) und von diesen wiederDiS an daS DavidSthor lief, warendie Patriarchen nach Wilhelms vonLi-ruü Erzählung also gekommen:AlS der Ehalife von Aegypten Mo-stenscr Billah (Lomcilkor Llmostcir-«sk>) den Christen in Syrien gebot,die verfallenen Mauern ihrer Städtewieder aufzubauen, so gelangte auch«>» die christlichen Bewohner vonJerusalem ein Befehl des Chalifen,den vierten Thcil der Maltern aufihre Kosten wieder hcrzustcllcn, Weil
nun die armen Christen in der heili-gen Stadl nicht vermochten, die da-zu erforderliche Summe hcrbcyzu-schaffcn, so flehten sie den römischenKaiser ConstantiuuS Monomachusum Unterstützung an, welcher ihrGesuch unter der Bedingung ge-währte, dass der Ehalife künftig nie-manden al-S den Christen die Woh-nung in diesem Quartiere gestatte.Nachdem Mvsicnser diese Bedingungangenommen, so erhielt der Statt-halter von Cypcrn vom Kaiser denBefehl, den Christen in Jerusalemso vieles Geld zu senden, als zurWiederherstellung der Mauern erfor-derlich sey. Dieses geschah im Aaherostg. Seit dieser Zeit war in demchristlichen Quartier von Jerusalemkein andrer Vorgesetzter und Richterals der Patriarch» und die Kirchedeü heil. Grabes betrachtete jene-Quartier als ihr Eigcnlhum.
I. Ehr.
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