;6 Geschichte der Kreuzzüge. Buch H. Kap. Vl.
Sechstes Kapitel.
Nachdem längere Zeit vom Kampfe mit den Saraccnen ge-ruht worden, zog der Herzog Gottfried wider den Fürstenvon Damaskus, um an ihm das Blut erschlagener Gesandtenzu rächen, und ihn zur Bezahlung des schuldigen Tributs zuzwingen.
Denn zwischen Gottfried, Tankrcd und Malck Dokak,dem Fürsten von Damaskus, war ein Waffenstillstand verab-redet worden, nach dessen Ablauf die Saracenen -der Herr-schaft der Christen sich unterwerfen sollten, oder auf immerdes Friedens mit den Christen entbehren. Als nun das Endedes Waffenstillstandes sich näherte, war Tankred so kühn,von Malek Dokak durch eine Gesandtschaft von sechs Ritterndie Uebergabe von Damaskus zu fordern — einer Stadt,welche sechs und vierzig Jahre später ein großes Pilgcrheerund die beyden mächtigsten Könige in Europa vergeblich be-lagerten. Za, Tankrcd ließ selbst dem Emir entbieten, daßer den christlichen Glauben anzunehmen habe, wenn ihm inseinem Lande ein längerer Aufenthalt gestattet werden solle.Der Emir, über diese Botschaft ergrimmt, ließ die Gesandtengreifen, tödtete ihrer fünf und schenkte dem sechsten nur des-wegen das Leben, weil er zum Glauben des arabischen Pro-pheten sich wendete. Um ihren Tod zu rächen, zogen Cottr