Druckschrift 
1 (1807) Gründung des Königreichs Jerusalem
Entstehung
Seite
304
Einzelbild herunterladen
 

ZO4 Geschichte der Kreuz Züg e. V nch l. Kap. XII.

I. log?. Abstcrbcn des heil. Erzbischofs Adcmar, und des BischofsWilhelm von Aurasy, war aber alle Zucht unter den Geist-lichen des heiligen Heeres so verfallen, daß Arnulf nichtsowohl durch die Ruchlosigkeit seines Lebens sich unter ih-nen auszeichnete, als vielmehr durch größere Kenntnisse,welches unter so unwissenden Geistlichen auch nicht schwerwarEr rechnete außerdem auf den Beistand des Her-zogs Robert von der Normandie, welcher seiner ältestenSchwester Caecilia, die Arnulf unterwiesen, versprochenhatte, ihrem Lehrer zu einem Vischosthum zu verhelfen »).Mit dieser Hoffnung kam Arnulf an der Spitze einer Depu-tation der Geistlichkeit in den Rath der Fürsten, erklärend:die Fürsten sollten die Wahl eines weltlichen Oberhauptsverschieben, bis die Kirche zu Jerusalem ein neues Ober-haupt erhalten habe, denn sonst werde die Geistlichkeit ihreWahl nicht genehmigen." Die Fürsten nahmen aber dieseErklärung mit Unwillen und Verachtung auf, und fuhrenin ihren Derathschlagungeu fort.

Sie kamen überein, daß nur Verdienst und Frömmig-keit die Wahl unter den Fürsten, welche durch Ansehen undVermögen das Königreich zu behaupten vermochten, ent-scheiden sollte; aber nicht das Verdienst glänzender Kriegs-thatcn allein, sondern auch das der Unbescholtenheit desWandels. Daher sollten die Hausgenossen jedes Fürstenüber ihres Herrn verborgenes Leben befragt werben. Vonallen wurden neben Tugenden auch Mängel berichtet, nuram Herzog Gottfried tadelten seine Hausgenossen nichts,als daß er, so oft er eine Kirche besuche, nicht anders als

?) Iliopiü, Iil.bnroi'u>ii teclli-Ll VV^ld. IF'r. «. «. O.

vlnim clariorem. Ouib. d k.