Gründung des Königreichs Jerusalem. 289
die vordere Mauer der Stadt niedcrgeworfen und das^^S?-Thal ausgefüllt werden. Beydes war ein nicht geringesWerk. Die Mauer wurde zwar mit Mauerbrechern be-kannt, aus großen und kleinen Maschinen wurden Steineauf die Vertheidigcr der Mauern geschleudert, aber die Be-lagerten minderten durch Sacke voll Wolle und Strohund durch schräge Balken, welche sie an der Mauer be-festigt hatten, ihre Wirkung, die schon wegen der Breitedes Thales, welche sie von der Mauer trennte, schwachwar. Diel größer war die Heftigkeit, mit welcher dieBelagerten aus ihren Maschinen von der Höhe herabSteine auf die Kreuzfahrer schleuderten; ihre Feuerbran-de, und die mit Schwefel, Pech und andern brennbarenDingen versehenen Pfeile setzten bald die christlichen Ma-schinen so in Brand, daß das Loschen alle Lande derKreuzfahrer beschäftigte. Wenige wagten daher zur Aus-füllung des Lhales Steine und Erde herbepzutragcn, ob-gleich Graf Raimund durch den Ruf der Herolde jedem,welcher da, wo er stehe, drey große Steine ins Thalwerfen würde, einen Denar als Belohnung verhießDie Nacht siel ein, ehe die Wallbrüder ihr Ziel erreichthatten.
Kaum aber war das Morgenroth des folgenden Ta-ges erschienen, als jeder Wallbruder in den Waffen wie-der an den Ort eilte, welchen er gestern verlassen. DerKampf begann wieder mit vermehrter Lebhaftigkeit. DieUngläubigen warfen nicht nur Steine und Pfeile widerdie Wallbrüdcr, sondern auch Töpfe mit brennbaren Ma-terien und Balken von einem mit Wasser unlöschbaren
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