Gründung des Königreichs Jerusalem. 209
ter. Zuerst bestürmte er das Schloß am Drückenthor, in 2. ioy8.welchem seit Einnahme der Stadt der Normann Robertmit fünf hundert Mann lag. Der Graf vertheidigte dasSchloß rühmlichst, so daß die Feinde am Abend unser»richteter Sache heimkehrten, zündete es aber, weil er dieWiederholung des Angriffs befürchtete, an, und zog indie Stadt. So konnte Korboga doch die ganze Stadt cin-schließen und den Wallbrüdern alle Zugänge versperren.
Wahrend das türkische Heer von außen den Wallbrü-dcrn Untergang und Verderben drohte, waren die häufi-gen Ausfälle der Türken von der Burg in der Stadt, wel-che die Besetzung des nahe liegenden Berges nicht hindernkonnte, höchst verderblich, bis ein tiefer Graben und eineMauer um die Burg gezogen und an denselben eine Festeerbauet ward. Diese Feste ward von den Türken-einigeMale so heftig bestürmt, daß sie dieselbe eingenommen,und Boemund, Eberhard von Pusata und andere edleHerren, welche sie bewahrten, gefangen genommen hat-ten , wenn nicht schnell das übrige Heer zu Hülfe gekom-men wäre.
Bald entstand Hungersnoth in der Stadt, schrecklicherals vorhin. Nach Gottfrieds unglücklichem Versuch hat-ten die Krcuzbrüder keinen Ausfall gegen die Türken wie-der gewagt, weil an Pferden cs ihnen gebrach und dieBesatzung in der Burg ihre Wachsamkeit genugsam be-schäftigte; darum hatte auch keine Beute ihnen neue Le-bensmittel verschaft. Die Lebensmittel, welche von de-nen, die mit großer Gefahr in der Nacht zu Zeiten durchdas türkische Heer schlichen, hcreingebracht wurden, wa-ren unbedeutend für so vieles Volk.
I. Banr.
O