Gründung des Königreichs Jerusalem. 197 -
Sultan von Persien sey mit einem furchtbaren Heer imI. isyr.Anzug, um Antiochien zu entsetzen. Viele Kreuzbrüderverließen das Lager, um dem Untergange, welchen sie alsgewiß anschen, auszuwcichcn. Stephan, Graf von Char-tres und Dlois, entwich sogar zu der Zeit, als er denVorsitz im Fürstenrath führte, unter dem Vorwand derUnpäßlichkeit, mit vier tausend Kriegsbeuten, welche seinenFahnen folgten, nach Klein - Alexandrien, einer Burg miteinem Dorf, welche ihm gehörte, und kam nie wieder zu-rück; denn alle verachteten ihn von diesem Tag an sosehr, als er vorher geachtet war, indem jeder wußte, daßFurcht vor dem Türkenhcer die Ursache seiner Entfernungsey: damit seinem Beyspicl nicht mehrere folgen möchten,ward befohlen, daß niemand, weder Ritter noch Knecht,bei) Verlust der Ehre und des Lebens das Lager auchnicht auf kurze Zeit verlassen solle.
Zwar kam nicht der Sultan, aber doch sein FeldherrKavanceddaula Korboga, Fürst von Mausel, mit ei-nem Heer von zweymal hundert tausend Bewaffneten.
Daß Korbogas Unternehmungen gegen die Franken eineununterbrochene Reihe von Fehlern gegen das Betrageneines guten Feldherr» waren, dieß rettete die Kreuzfahreraus dieser Gefahr. Ware Korboga sogleich gegen dasgroße Heer von Antiochien gezogen, ehe cs von demSchrecken, in welchen es durch seinen Anzug gerathenwar, sich erholt hatte, so waren die Züge der Christen indas gelobte Land für die Menschheit durch nützliche undschädliche Wirkungen nie wichtig geworden. Daß aberdieses große türkische Heer zuerst drey Wochen vor Edessa
46) Die Säule des Regiments.