i6z Geschichte der Kreuzzüge. Buch!. Kap. VI.
2--°Y7. reute aber bald sein Versprechen; statt! die Regierungund ihre Einkünfte mit Balduin zu theilcn, bot er ihmund seinen Gefährten einen Iahrgehalt für die Vcrtheidi-gung der Stadt. Der stolze Balduin verschmähte, Söld-ner eines alten Griechen, der nicht einmal aus fürstlichemEcblüte war, zu feyn, und machte sich zur Rückkehr be-reit. Da entstand Unruhe und Empörung in der Stadt,und um das aufgebrachte Volk zu besänftigen, erfüllteder alte Fürst sein Versprechen, und erklärte den franzö-sischen Ritter vor dem ganzen Volke zu seinem Sohn ^).
Balduin zeigte sich bald des Vertrauens der Edessencrwürdig. Er zog nach Samosata, wo ein türkischer Emir,Balduk, herrschte, der oft die Edcffcner gedrückt, undviele Kinder aus ihren vornehmsten Familien als Gcisselngenommen, und bcrennete gewaltig die Stadt. Nach ei-ner mehrtägigen Belagerung wußte er zwar abziehcn, oh-ne die Stadt erobert zu haben, aber er legte siebenzigRitter in einen nahe gelegenen festen Ort, um die Tür-ken zu beschäftigen, daß sie der Stadt Edcssa nicht zurLast fallen könnten. Dadurch wurde der Edessener Hoff-nung, durch Balduin'vsm Joche der Türken bcftcyt zuwerden, gestärkt, und der Rath der Zwölfe beschloß,den alten Griechen von seinem Antheil an der Herrschaftzu verdrängen. Dazu riefen sie einen mächtigen HerrnKonstantin, der viele Schlösser auf den umliegenden Ge-birgen siefaß, .in die Stadt. Das Volk schon erbittertgegen ihn durch große Erpressungen, wurde noch mehraufgereizt durch das Vorgeben, der alte Fürst selbst ha-
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