Gründung des Königreichs Jerusalem. 167
beständig vor ihren Mauern gelagert, das Land umher ver« I-1097.hecrteu, und die Einwohner in der Stadt einschlossen, wennsie ihre unbescheidenen Forderungen nicht befriedigten. Dar-um nöthigte der Rath von zwolfHerren, der mit dem Für-sten die Stadt regierte , den Greis, an Balduin eineGesandtschaft zu schicken, und ihn cinzuladcn, zum Schutzder Stadt nach Edcssa zu kommen, mit dem Versprechen,daß er die Regierung sogleich mit ihm theilen, und ihnzu seinem Nachfolger nach seinem Tode ernennen wolle.Balduin brach mit achtzig Rittern auf (denn die übrigenließ er zur Vcrtheidigung des eroberten Landes zurück) undzog nach dem Euphrat, kehrte aber wieder nach Tellbascherzurück, weil er Kunde erhielt von einem Hinterhalt, wel-chen ihm der Emir von Samosata am andern Ufer gelegthatte. Der Emir verfolgte ihn bis nach Tellbascher, unddrohte die Burg zu belagern, zog aber nach drey Tagenab, nachdem er das Land umher mit Feuer und Schwertverwüstet, und Balduin, der alle seine Krieger an sich ge-zogen hatte, gelangte nach Edcssa. Aus den Schlossernund Burgen, vor denen er vorbeyzog, kamen die Arme-uer mit Fahnen und Kreuzen ihm entgegen, und küßtenden Pilgrimmen, ihren Befreyern vom, Türkenjoche, Kleiderund Füße *2).
Als den Retter aus der Sklaverey nahm ihn dasVolk zu Edessa mit lautem Jubel auf^ der Fürst unddie Geistlichen zogen ihm entgegen und führten ihn untergeistlichen Gesängen in die Stadt. Den alten Fürsten
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