r zc> Geschichte der K r e u z z ü g e. Buch!. Kap. IV.
I. i°?7. zogen hatten, weil sie aus Ungarn erfuhren, wie dieWallbrüder geraubt und gemordet. Nur wo sie Gele-genheit fanden, einzelne Kreuzbrüder oder die Krankenund Schwachen des Heers zu tobten, kamen sie aus ih-ren Schlupfwinkeln hervor, in welche sie sogleich zurück-flohcn, wenn sie verfolgt wurden. Obgleich Graf Rai-mund einige der vornehmen Herren mit auserlesenen Krie-gern vorausgeschickt hatte, und selbst mit dem größte»Lheil der Gepanzerten dem Heere nachzog, so vermochteer dennoch nicht, diese Uebcrsaile zu hindern. Der Grafselbst war eines Tages von ihnen umringt, aber er öf-uete sich nicht nur mit seinem Schwerte den Weg, son-dern nahm auch sechs von ihnen gefangen, welche mitschrecklichen Martern gctödtet wurden. Verderblicher alsdiese Feindseligkeiten der Einwohner waren die rauhe Wit-terung und der beständige dichte Nebel, welcher auf demsumpfigen, von vielen Flüssen durchschnittenen Lande lag,und den Walibrüdern, welche ohne Wegweiser durch einganz unbekanntes Land zogen, unbeschreibliche Beschwer-den verursachte.
Nach vierzig mühseligen Tagen kamen sic nach Sco-dra, wo der König der Dalmatier rcsidirte, und schlos-sen einen Freundschaftsvertrag mit ihm, der sie nicht ge-gen seiner Unterrhanen Tücke schützte. Der Uebcrgangins griechische Land war ein Uebergang zu neuen Ucbeln.Ungeachtet Graf Raimund und der Erzbischof mit demStatthalter zu Dyrrachium sich zu Friede und Freund-schaft vereinigt hatten, und eine Gesandtschaft vom Kai-ser mit Versicherungen von Freundschaft ihnen nach Dyr-rachium cntgegengekommcn war, stellten ihnen dennochüberall die leichten Truppen der Griechen, die Pincenna-