!4 Geschichte der Krcuzzügc.
Da auch die Mohammedaner, nachdem sie das heilige Landsich unterworfen hatten, großen Werth auf die Reliquienvon dem Heiland legten, so mußten die Pilger auch dieje-nigen, welche sie von ihnen kauften, mir großen Sum-men bezahlen. Als im Jahr 94z der römische Kaiser Ro-manus Lekapenus dem Chalifcn Motka billah für einCchweißtuch des Heilandes, welches in der Kirche zuEdcssa aufbewahrt wurde, die Frcylassuug einer großenMenge von muselmännischen Gefangenen durch eine Ge-sandtschaft anbieten ließ, waren die Cadis und Fakihs,welche der Chalife wegen dieses Antrags versammelte, ver-schiedener Meinung, doch ward durch die Mehrheit derStimmen endlich entschieden, daß die Erlösung der Gefan-genen aus ihrem Elende wichtiger sey, als die Aufbewah-rung des Schweißtuchs im Lande der GläubigenDaß auch grobe Betrügereien mit den Reliquien getrie-ben wurden, seitdem die Begierde nach ihrem Besitz eineSucht geworden war, laßt sich erwarten So thcucrnun auch die Reliquien den Christen sowohl als den Mu-selmännern im gelobten Lande bezahlt werden mußten, sowar dennoch der Pilger, der die Almosen, welche er aufseiner Reise sammelte, zu ihrem Aufkauf verwandte, und
sct hatte», wurde bchSafat un-weit Jerusalem in einem marmor-nen Kasten gefunden, der so leichtwar, dass man seine Schwere kaumfühlte, ^irnoin. clv gssc. lüsnc.vel) Lon^uar, M. I!t. ie>z,
2^) /ä I- u I so ei L o Animier INOS-
loin. 1 ?c>m. II. p. 42s.
22) So erzählt tälalisr Itc>-ctuchIi ns I V, Z. von einem gemei-nen Mann ums I, 1027., der solche
verfälschte Reliquie» verkaufte.Seine Reliquien waren »icistcn-thcils Knochen von kürzlich ver-storbenen Menschen, welche er ausder Erde ausgrub. Viele Bischbsfebegünstigten aus Gewinnsucht sei-ne» Betrug. Auch als der Betrugentdeckt war, fand er doch fort-während unter dem Volke großenAbsatz seiner Reliquien, und war»s»gar als ein Heiliger Verehrt.