Druckschrift 
8 (1823)
Entstehung
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Sie werden schon noch früher oder später dahin kommen, pflegte erdann mit unschuldsvoller Sanftmuth zu mir zu sgaen, ich werdeSie dann schon fassen, oder andere werden es thun, wen» ich nichtmehr da bin, und Sie werden dann sehen, was das für eine Freu«de, für eine Beruhigung für Sie selbst scyn wird u. s. w. Iln-mdcß hatte ich so vielen Einfluß auf ihn, daß ich ihn bloS durchdie Macht meincr Privatunterredungen das berühmte Concordat vonFontainebleau entriß, in welchem er der weltlichen Herrschaft ent-sagte, eine Urkunde, wegen welcher er, wie er späterhin gezeigt hat,das Urtheil der Nachwelt, oder vielmehr den Tadel seiner Nachfol-ger fürchtete. Kaum hatte er unterzeichnet, als eö ihm auch schonleid that. Er sollte am Tage darauf öffentlich mit mir zu Mittagspeisen, aber in der Nacht vorher ward er krank, oder stellte sichwenigstens so. Aber freilich gerietst er unmittelbar, nachdem ichihn verlassen hatte, wieder in die Hände seiner gewöhnlichen Rath-geber, die ihm aus dem was er eben gethan ein Schrecken machten.Waren wir stets allein gewesen, so hätte ich mit ihm gemacht, wasich nur gewollt, ich hätte dann die religiöse Welt mit derselbenLeichtigkeit beherrscht, wie ich schon der politischen gebot. Er warein wahres Lamm, durch und durch ein guter Mensch, ein wahrhaftrechtlicher Mann, den ich schätze, sehr liebe, und der seiner SeitSvon mir ein wenig auch so denkt, dessen bin ich gewiß. Sie wer-den ihn sich nicht zu sehr über mich haben beklagen hören, undeben so wenig als die andern Fürsten eine direkte und persönlicheAnschuldigung wider mich haben machen sehen. Vielleicht allgemei-ne und nun einmal jetzt angenommene Redensarten über Ehrgeizund Treulosigkeit, aber nichts bestimmtes und direktes, weil dieStaatsmänner recht gut wissen, daß, wenn die Stunde der Schmäh-schriften vorüber ist, man sich keine öffentliche Anklage ohne unter-stützende Beweise erlauben darf, und solche würden sie nicht aufzu-weisen haben. Das wird die Geschichte bestätigen. Höchstens wer-den noch einige schlechte Chronikenschreibcr daS Gegenchcil behaup-ten, die beschränkt genug sind, um das Geschwätz der Partheiungenoder der Zncriguc für achte Wahrheit anzunehmen, oder Memoiren«arbeitet, die vom Irrchumc des Augenblicks getäuscht, schon ver-storben seyn werden, che sie sich eines bessern hätten belehren kön-nen u. s. w.

„Wenn man diese wahren Verhältnisse meiner Streitigkeitenmit dem Papste wird kennen lernen, wird man sich über alles daSwundern, was er meincr Geduld auferlcgte, denn man wird wissen,daß ich mir sonst nicht sehr viel gefallen lieö. Als er mich nach meinerKrönung verlies, geschah es mit dem geheimen Verdrusse, daß ervon mir die Belohnungen nicht erhalten, die er verdient z» haben