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8 (1823)
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glaubte. Aber so viel Verbindlichkeiten ich Ihm auch außerdeiiischuldig war, so konnte ich doch meine eignen Gefühle nicht durchdie wichtigsten Interessen des Reichs wett machen, und dann umich zu stolz, um mir den Anschein zu geben, als habe ich seineGefälligkeiten erkauft. Kaum hatte er wieder den Fuß auf Italien!,schein Boden, alö die 2ncriguans, die Zanksttstcr, die Feinde Frank,reichS seine Stimmung denntzecn, uni sich seiner zu bemächtigen,und von diesem Augenblicke an war alles seinerseits feindselig. D»Swar nicht der sanfte, friedliche Chiaramontc, der edle Bischefvon 2mola, der sich schon früh als würdig gezeigt hatte der Auf-klärung seines Zeitalters. Seine Unterschrift zeigte sich jezt mauf Urkunden, die mehr von den Gregoren und Bonifazen halten,als von ihm. Nom ward der Brennpunkt aller gegen mich ge,schmiedeten Verschwörungen. Vergebens versuchte ich es, ihn MVernunft zurück zu führen, ich konnte nicht mehr bis zu sein»Gefühlen gelangen. Das Unrecht das er mir zufügte ward so stark,die Beleidigungen wurden so öffentlich, daß auch ich nun mcinri-seits handeln mußte. 2ch bemächtigte mich also seiner Festung»,nahm einige Provinzen in Besitz, und chat endlich dasselbe auchmit Rom, während ich ihn in seinen geistigen Verhältnissen für stltsgeheiligt erklärte, und dies auch auf das strengste hielt. Aber daSwar ganz und gar nicht nach seiner Rechnung. Indes zeigte sich jr;!eine Crisis; man glaubte, mein Glück habe mich bei Eßlingen vrr-lassen, und sogleich war man in Rom bereit, die Volksmasse dichtgroßen Hauptstadt aufzuwiegcln. Der -Offizier der dort befehligt!,glaubte auf keine andere Art dieser Gefahr entgehen zu können, ai«wenn er sich von dem Papste befreite, den er daher nach Frankreichsandte. DieS war ohne meinen Befehl geschehen, ja mir sogarungemein zuwider. Ich sandte daher sogleich Befehle, daß tuPapst bleiben solle, wo man ihn finde, und so behielt man ihn i»Savonna, wo man ihm die größte Aufmerksamkeit und Achtungwidmete. Denn ich wollte mlch wohl gefürchtet machen, aber ihnnicht mishandcln, ihn unterwerfen, aber nicht erniedrigen. Zchhatte ganz andere Absichten! Diese Aenderung des Wohnorts ver-mehrte nur das Uebclwollcn und die Zntriguen. ViS dahin «der Krieg nur weltlich gewesen, jezt vermischten ihn die Rathgeberdes Papstes, in der Hosnung, ihre Angelegenheiten wieder emporzu bringen, mit aller Art von geistlichen Dingen. Nun mußte ichauch aus diesem Punkte kämpfen. 2ch hatte nun meinen Gewißsensrath, meine Concilicn, und bekleidete meine kaiserlichen Gerichts-höfe mit allen darauf sich beziehenden Rechten. Denn meine Sol-daten galten bei diesem allen für nichts, ich mußte wohl gegen denPapst mit seinen eignen Waffen zu Felde ziehen, mußte seinen Ee-