Druckschrift 
8 (1823)
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

1t

> ! Freiheiten der gallikanischen Kirche. Er war mein Orakel, meine

Fackel, lieber religiöse Gegenstände schenkte Ich ihm ein blinde-

> ' Vertrauen. Denn in den Streitigkeiten mit dem Papste war es,

k was auch Kabalenmachcr und Klopffechter im Pricstcrrocke dagegen

^ ' gesagt haben mögen, doch meine größte Sorge, nicht an's Dogmai i zu rühren, so daß, sobald dieser gute und ehrwürdige Bischof vonk ^ Nantes mir sagte, nehmen Sie sich in Acht, Sie treten hier dem' f Dogma entgegen, ich, ohne lange mit ihm darüber zu streiten, ja

> ^ selbst ohne zu verlangen, daß ich eS jedesmal begreift, auf der! - Ereile einen andern Weg cinschlug, um von anderswoher dahin zu

> f. kommen; und wie wird er sich, da er mein Gcheimniß nicht kannte,i f über meine Umwege gewundert haben! Die sonderbar, hartnäckig,

' l eigensinnig, inkonsequent mußte ich ihm Vorkommen! Denn ich ver»l e folgte einen Zweck, den er nicht kannte.

„Die Päpste konnten nnö unsre Freiheiten der gallikanlschm, i Kircke nicht vergeben, vorzüglich wurden sie durch die vier bcrühm»

^ f ren Vorschläge Bossuecs erbittert. Ihnen nach war das eine wahre^ f Kriegserklärung, auch hielten sie uns, wenigstens eben so gut als die, f Protestanten, für Abtrünnige. Sic fanden uns eben so strafbar alS^ l diese, ja vielleicht noch mehr, und wenn sie uns nicht mit sichiba»

^ ! ren Blitzen angriffen, so geschah eS deshalb, weil sie die Folgen^ f davon, unsere Trennung, fürchteten. Englands Beispiel war vor«l Händen. Sie wollten sich den rechten Arm nicht selbst abschneiden,

, i aber warteten nur auf eine günstige Gelegenheit, und hofften alles, ^ von der Zeit. Kein Zweifel daran, daß sie glauben, diese sey nun»mehr gekommen. Aber die Aufklärung des Jahrhunderts und die1 : Sitten der Zeit werden sie doch noch nicht durchdringcn lassen.

! «Einige Zeit vor meiner Krönung wünschte der Papst mich zusehen, und bot mir cs selbst an, mich zu besuchen. Er hatte vielnachgegcben. Er war nach Paris gekommen um mich zu krönen,^ ^ gab nach, mir nicht selbst die Krone aufsrtzen zu wollen, dis»

' f pensirte mich auch von der öffentlichen kommunion vor der Cere»" ' monie. Folglich hatte er, seiner Meinung nach, auf großen Dank' ; dafür zu rechnen, daher auch anfangs schon von der Romagna undi i seinen Legationen geträumt. Doch bald fing er an zu merken, daß

> f er darauf Verzicht leisten müsse. Er beschränkte sich daher wie er' f sagte, nur auf eine ganz kleine Güte, nur auf die Unterzeichnung' f eines alren Anspruchs, eines ziemlich abgenuztcn Papiers, das er

; noch von Ludwig XIV. her hatte. — Machen Sie mir das Ver», gnügen, sagte er, es ist im Ganzen wirklich gar nichts. — Sehr

, f gern, heiligster Vater, und die Sache ist so gut wie geschehn, wenn

sie nur thunlich ist. — Waö war eS? Eine Erklärung, in welcher