war Kranz I. ein bloßer Turnierheld, ein Stutzer lm Gesellschafts-saale, einer jener pygmäenartigen großen Männer.
„Der Bisckof von Nantes (de Voisins), setzte der Kaiser nochhinzu, machte mich durch die Weisheit seiner Reden, seine herrlich,Moral und seine aufgeklärte Toleranz wahrhaft zum Katholiken.Marie Luise, deren Beichtvater er war, befragte sich bei ihm einesTages über die Nothwendigkeit, Freitags z» fasten. — An welch»Tafel speisen Sie denn? fragte der Bischof. — An der des Kai-sers. — Haben Sic daran zu befehlen? — Nein. — Da kämmSie also nichts dabei thun. Würde ers wohl von selbst einführen?— Ich glaube kaum. -— Nun so füge» Sie sich, und geben Silkeine Gelegenheit zu unangenehmen Auftritten. Ihre erste Pflicht >ist die, ihm zu gehorchen, und ihmiEhrfurcbt zu erwerben; cs wir .den Ihnen noch andere Mittel genug zu Gebote stehen, zu büsi» :und vor Gottes Augen zu fasten.
„Eben so geschah es bei einer öffentlichen Communion, die ri- snige zu -Ostern Marie Luisen in den Kopf gesetzt hatten. Silwollte es jedoch nicht thun, ohne vorher den Rath ihres weis»Beichtigers gehört zu haben, der ihr aus denselben Gründen da»«» iabrieth. Welch ein Unterschied, wenn sie von einem Fanatiker wairbearbeitet worden! Welche Streitigkeiten, welche Uneinigkeit Wdas nichc zwischen uns herbeigcführt! Wie viel Uebles hätte m isolcher unter den Verhältnissen, in wclhen ich mich befand, nichtanstiften können!
„Der Bischof von Nantes, erzählte uns der Kaiser ferner, hat-te mit Diderot mitten unter den Ungläubigen gelebt, und sich tu- ibei stets trcflich benommen. Auch wußte er aus alles zu Mitwel-ten. Vorzüglich war er von dem guten Geiste beseelt, alles, wssich nicht durchsetzen lies, aufziigebcn, und die Religion von d»was er nie würde haben verthcioigen können, zurücktreccn zu lass». -
Man fragte ihn z. B.: Hat ein Thier, das sich bewußt ili-schließt und denkt, nicht auch eine Seele? — Warum nichc? >» ^seine Antwort. — Aber wohin geht diese? denn sie ist doch t»unsrigen nicht gleich. — Was kümmert Sie daö? Sie wohnt viellcitlIn den Rändern des Weltalls, (llmbss) *) — Auf diese Art zog»sich immer in seine lezten Verschanzungen, in die eigentliche Feiiuag ^zurück und hielt sich dort stets ein trcfliches Terrain offen. Aiildschloß er viel richtiger als der Papst und brachte diesen oft zur Du-zweiflung. Er war unter allen Bischöfen die festeste Stütze d»
*) Nimbus lukamiuin. So nannte man nach den alten Kirchenlehrern daiAnfcnthait der Seelen der Kinder, welche vor der Laufe gcsiorMwaren.