haben und abermals über dessen rechten Flügel hergefallen sepnder dann aufgerleben oder in der Donau ersauft worden wäre ic.
Der Erzherzog zog sich indes aber doch eiligst nach Bölnncnzurück und mit so großer Geschicklichkeit auch dieser Rückzug aus-geführt ward, so erweisen sich doch jetzt die Folgen der Schiacht,welche noch unglücklicher waren als deren Verlust selbst. An jedemTage, i» jedem Augenblicke wurde dem feindliche» Heere achNeue zugesetzt; cs war bedroht, einzeln aufgericbcn zu werden.Der Wiener Hof fühlte das ganze Gewicht dieser Gefahr und be-eilte sich ihr zuvor zu komme». Als am >ote» Abends Massen«seine Vorthcile verfolgte, schon in die Vorstädte von Znaiin ein-gedrmigen war und nun die Stadt selbst nehmen wollte, erbebsich plötzlich aus der ganzen Linie das Geschrei: hört auf mitFeuern! hört ans mit Feuern! Eine ösireichische Deputation marzu Napoleon gekommen, um wegen des Friedens zu unterhandeleund einen Waffenstillstand zu erbitte». Der letztere Punkt gab z«vieler Meinungsverschiedenheit bei der Armee und selbst unter demZelte des Kaisers Anlaß. Die wahrhaft kritische Lage der Lstrei-chischen Kriegsmacht war jedermann sichtbar und es glaubten viele,daß es Pflicht sei, unerbittlich den Preiß für so große Anstrengun-gen zu fodern, und einmal für immer mit einem Hofe zu Endezu kommen, dessen Zusagen nie einen andern Zweck hatten, alsZeit zu gewinnen und neue Angriffe zu ersinnen. Napoleon selbstdachte anders; er ergriff die Feder und Unterzeichnete de» Waffen-stillstand, mit den Worten: Es ist Bluts genug vergossenworden.
„Nach diesem Waffenstillstände blieben die beiden Douauufelbis nach Raab, sammt allen teutschen Provinzen in unfern Händen.Unsre Truppen hielten sonach ein Drittel der ganzen östreichischenMonarchie mit einer Bevölkerung von 8 Millionen Einwohnern be-setzt. Die feindliche Armee zog sich durch das nördliche Mährendis über Presburg, nach dem übrigen Lhcile Ungarns zurück undüberließ so die Verthcidiguug Böhmens blos dessen eigenen Streit-kräfteu. Dem Erzherzoge Karl wurde das Oberkommando abgenom-meu, doch blieb ihm. ohne seine militärischen Pläne in Betrachtzu ziehen, das lebhafteste Interesse der französischen Krieger und