Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
Seite
138
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gründet habe. Man wollte nämlich wissen, Anna von Oestreich, >welche nach einer drei und zwanzigjährigen Unfruchtbarkeit Mutt« ! jwurde, habe eine Tochter zur Welt gebracht, und die Furcht, siemöchte weiter kein Kind bekommen, Ludwig XM. bewogen, dies ''Kind zu entfernen, und einen Knaben unkerzuschicbcn. Letzterer scyLudwig UV- gewesen. Allein im folgenden Jahre sei) die Königinabermals nicdergckommcn, und zwar mit einem Sohne, dem Phi-lipp, welcher der Stammvater des Hauses Orleans, mithin der le>gitime Erbe de. Krone scy, indessen Ludwig XiV. und seine Nach-, 'kommen nur eingeschsben und Usurpatoren wären. Dieser Ausle- >gung nach wäre die eiserne Maske ein Frauenzimmer gewesen. !Nack der Zerstörung der Basiille wurde eine Vrochurc dieses In-halts in der Provinz verbreitet. Allein die Geschichte machte keinGlück, sic wurde geräuschlos, und selbst ohne auch nur ans

kurze Zeit die Hauptstadt beschäftigt zu haben, zu Grabe getragen.

Sonnabends den 13 . 2uli.

Man kam wieder auf 2unot zu sprechen. Von all dem großenVermögensbesitze, welcher dem Kaiser seinen Ursprung verdankt, war,wie er sagte, der von 2unot ohne Zweifel mit am meisten in Un- iordnung. Es scy nicht zu glauben, wie viel Geld er ihm gegebenhabe, und doch sey er stets voll Schulden gewesen. Er habe diegrößten Summen durchgebracht, ohne Ehre davon zu haben, ohneAuswahl, ohne Geschmack, oft sogar mit den gröbsten Aus-schweifungen.

Mehr als einmal hat man bemerkt, daß er in seinem schönenHotel zu Paris nach einem tüchtigen Frühstücke bei den geringsten ^Forderungen unbedeutender Gläubiger, wüthcnd aus sie losgieng, ,und befahl, daß man sie mit Säbelhieben bezahlen solle. So oft >'er dem Kaiser aufwartete, sagte Napoleon, sah man es schon -kommen, daß er wieder einmal in Verlegenheit sey, daß er auöge«schmält und für ihn bezahlt werden würde. 2n dem Feldzuge vonAusterlitz suchte er den Kaiser in Schönbrunn aus, aber diesesmalbac er nicht geradezu für sich selbst. Er nahm zu jener Zeit ^großen Antheil an der schönen Madam Recemier kam direkt vonParis, und klagte in sehr heftigen Ausdrücken den damaligenSchatzminister Herrn von Marbois an, der, wie er sagte, erbarm- ^lich genug gewesen scy, dem Herrn von Recamicr einen Vorschußvon blos zwei Millionen abzuschlagen, womit er ihn vom Banque-rot habe retten können.Ganz Paris, sagte er, sey darüber auf-gebracht. Dieser Marbois wäre ein häßlicher Mensch, ein schlechter .Diener, er liebe den Kaiser nicht." 2unot war bei ihm gewesen, .