denn, und sagte ihm, daß er die meisten dieser Dinge von denSachen entnehmen könne, welche die Regierung sür Napoleon anher-geschickt habe. Jener hatte aber geantwortet, es sey ihm lieber,solche zu kaufen, da er nicht Lust habe, jemand dafür dankbar zusey». Hierauf erwicderte nun der Gouverneur ganz trocken, daßwenn cs ihm mehr Vergnügen mache, die Sachen zu bezahlen,ihm auch das frei stünde, worauf denn erstcrer ihm sagte. „Ver-zeihen Sie, mein Herr, ich wähle mir gern die Kramläden selbst."Der Gouverneur lies ihm späterhin durch den Doktor sagen, erwerde sich beschweren, daß er die Geschenke deS Gouvernementsmit Verachtung zurückgewiesen habe. Hieraus wurde ihm so-gleich ergegnet: Man werde ihm dafür recht sehr verbunden seyn.Es sey ungleich angenehmer, wenn er seinen Ministern Weigerungenetwas anzunehmen, als Bitten um etwas zu melden habe.
Alle diese Verdrüßlichkeiten, die Stärke, Länge und das Anzie-hende der Werke, die er liest, und dabei das ganz abscheuliche Wet-ter vermehren die Zurückgezogenheit deS Kaisers, und machen ihnganz melancholisch. Er setzt keinen Fuß mehr aus dem Hause.Die einzige Zerstreuung, die er sich erlaubt, beschränkt sich darauf,daß er dann und wann gegen 5 Uhr der Frau von Montholoneinen Besuch macht, die seit ihren Wochen noch nicht ausgegangenist. Wir kommen dann alle dort zusammen; der Kaiser spricht einehalbe oder drei Viertelstunden, und geht dann wieder nach Hause.
Heute begegnete er dem kleinen Tristan, ältesten Sohne desHerrn von Montholon, der etwa 7 oder » Jahre alt ist, und denganzen Tag umherläuft. Der Kaiser nahm ihn zwischen die Knieeund wollte, daß er ihm einige Fabeln vorsagen sollte, von denenjedoch das arme Kind unter zehn Worten nicht zwei verstand. DerKaiser lachte herzlich, tadelte, baß man den Kindern den Lafontainegebe, den sie nicht verstünden, uud wollte nun Tristan diese Fabelnerklären, sie ihm recht anschaulich machen. Nichts konnte sonder-barer seyn, als diese Auseinandersetzung, sie war höchst einfach,richtig und logisch.
Bei der Fabel vom Wolfe und dem Lamme machte es gro-ßen Spaß, wie der kleine Mensch, wenn er vom Wolfe, und dannwieder wenn er vom Kaiser sprach, Sire und Ew. Majestät sagte,»nd dies Alles in seinem Munde, vielleicht noch mehr in seinemKopfe, durcheinander mengte.
Der Kaiser fand, daß viel zu viel Ironie in dieser Fabel liege,als daß sie den Kindern verständlich seyn könne. Auch sey das Prinzip»nd die Moral derselben unrichtig, doch wäre ihm dies jetzt zum ersten-mal ausgefallen; es sey falsch, daß die Sache des Scärkern auchdie bessere sey. Und wen» das sich wirklich in der Welt so zeige,