Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
Seite
133
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Der Kaiser sagte öfterer, daß Sieyes vielleicht beigetragen habenwürde, der kaiserlichen Verwaltung eine andere Wendung, eineandere Farbe oder Schatkirung zu geben, aber man ergegnece ihm,daß diese Veränderung nur nachteilig gewesen seyn dürfte, denni man hatte zu jener Zeit Napoleons Wahlen sehr gelobt. Die vonihm berufenen Männer wären io keiner Hinsicht von Europa ge-mißbilligt worden. Sie hatten viel beigetragen, die allgemeine! Meinung in Frankreich ihm geneigt zu machen, statt daß sich dieseganz gegen Sieyes aussprach. Sein Name und die Erinnerung anihn würden in vieler Augen die Handlungen, an welchen er Theilgenommen häice, verhaßt gemacht haben. Man erzählte damalseine Anekdote, die in den Tuilerien vorgegangen seyn sollte. undzwar mit einem Eifer, der wohl bewies, wie sehr man ihm übelwollte. Es scy nämlich, sagte man, Sisyes, als er über LudwigXVI. mir dem Kaiser gesprochen hätte, das Wort Tyrann entwischt,und da habe ihm denn der Kaiser geantwortet: Herr Abbe!! wenner ein Tyrann gewesen wäre, so würden Sie Messe lesen, undich nicht hier seyn. Der Kaiser lächelte zu dieser Anekdote, ohnesich weiter merken zu lassen, ob sie Grund habe oder nicht. Spä-ter wird man sehen, daß sie falsch war.

Sonnabend den 6. bis Montag den 8. 2uli.

Es ist lange her, daß ich nicht vom Gouverneur gesprochenhabe. Wir suchten so viel, als nur möglich, nicht an ihn zu den-ken, und sahen ihn fast gar nicht mehr. Seine schlechten Manie-ren, seine Plackereien zwingen mich heute wieder, von ihm zusprechen; cs scheint, als wollten sie sich in neuer Thätigkeit zeigen.Er hat uns jetzt Briefe aus Europa zurückbehalten, ob sie gleichoffen gekommen waren, und jedermann sie lesen konnte, aber bloö weilsie nicht durch die Hände des Scaatssekretairs gegangen sind. Ernimmt nicht Rücksicht darauf, daß eine vernachläßigte Formalität in Eng-land leicht verbessert werden kann, dies aber bei einer Entfernungvon 2000 Stunden ganz unmöglich ist. Wenn er nur wenigstens,dasern er den Buchstaben seiner Zustruktionen so streng befolgenwill, so menschlich wäre, uns wissen zu lassen, daß er diese Briefeerhalten habe, und von wem sie seyen, dann würde uns das dochwegen der Personen beruhigen, die wir jetzt für nachlässig halten,oder krank glauben müssen; aber er ist barbarisch genug, uns einGeheimniß daraus zu machen. Vor einigen Tagen hatte die GräfinBertrand ein Billet nach der Stadt geschrieben; er lies eS aufsan-gen, und schickte eS ihr zurück, weil ohne sein Wissen geschrie-ben sey. Diese Beleidigung war mit einem offiziellen Schreiben