Druckschrift 
6 (1823)
Entstehung
Seite
126
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rain, und mit einem Worte für den Alexander gehalten, welcherder Sohn eines Gottes geworden sey. Aber ist denn das auchwirklich wahr? — habe ich in der That Anlaß gegeben, daß ni,iamich für einen solchen Thoren halten konnte? — Ich bekam einejunge, schöne, liebenswürdige Gemahlin. War cs mir denn »icherlaubt, darüber meine Freude zu bezeigen? Durfte ich ihr diu»nicht, ohne Tadel zu verdienen, einige Augenblicke widmen? Mes denn etwas Unrechtes, wenn auch ich einige glückliche Memme i rgenießen wollte? — Wollte man denn lieber, daß ich, nach Att '2hres Prinzen von Wallis, meine Gemahlin schon nach der erste» 'Nacht mißhandeln sollte? Oder sollte ich etwa, um dem Vommstder Menge zu entgehen, gleich jenem Sultan, ihren Kopf fliege»lassen? Nein, mein einziger Fehler bei jener Verbindung war,daß ich ein zu bürgerliches Her; hatte. — 2ch sagte selbst sooft, daß das Herz eines Staatsmannes in seinem Kopfe wohnenmüsse! Unglücklicherweise war das meinigc für häusliche Freute»an seinem Platz geblieben. Diese Vermahlung war mein Unglück,Weil ich an die Tugend, an den frommen Sinn, an die Rechtlichkeit,an das Ehrgefühl deS französischen Volks glaubte. 3n Wahrheit! ichhatte einen hohen Begriff von demselben — es hat mich schrecklichgelauscht! — Ich wünsche, daß es auch getäuscht gewesen sey —und vergebe ihm! — aber wird es auch von der Geschichte ge-schont werden? — Wenn nun — — — — — — "

Hier schwieg Napoleon einige Minuten, den Kopf auf seine ,Hand gestützt. Dann ermunterte er sich wieder: „Welch ein!>io.man, sagte er, und stand dabei auf, ist doch eigentlich mein Le-benü!" — Doch öffnen Sie dort die Thüre, wir wollen gehen —und wir giengen einige Zeit durch die anstoßenden Zimmer.-

Montag den 1. bis Donnerstag den 4. Zuli.

Gestern war mein Sohn spazieren geritten, das Pferd mit ihmdurchgegangen; er hatte geglaubt, daß er, um nicht gegen dieBäume zu rennen, sich herunter werfen müsse, und sich dabei denFuß so beschädigt, daß er einen Monat lang auf dem Sopha zu-bringen muß.

Der Kaiser war so gnädig, um 11 Uhr auf mein Zimmer zukommen, um zu sehen, wie es meinem Sohne gehe, und schmälteihn wegen seiner Ungeschicklichkeit tüchtig aus. 2ch folgte ihmdann in den Garten, woselbst er frühstückte, was er lange Zeitnicht gethan hat.

Das Gespräch kam auf das Plündern der Soldaten, und dieschrecklichen Scencn, welche das herbeisührt.