«nd es giebt nicht ein einziges französisches Bataillon, das mit einemsolchen rühmlichen Aufträge sich nicht dreimal muthiger und kraftvollerfühlte, als es bedarf, um Sie zu züchtigen. Der Senat von Vene-big hat unsre ihm bewiesene Großmmh mit der schwärzesten Tieul«.sigkeit vergolten.
„Ich ergreife jetzt die Parthie, Ihnen meine Vorschläge durcheinen meiner Adjutanten und Brigadechess zuzusenden. Krieg oderFrieden. Wenn Sie nicht !m Augenblick alle Maasregeln ergreifen,um den Aufstand zu zerstreuen, wenn Sie nicht sogleich alle Urheberdes verübten Mordes festnehmen und an mich abliesern, so ist hiermitder Krieg erklärt.
„Der Türke ist nicht an Ihren Grenzen; kein Feind bedroht sieund gleichwohl haben Sie recht absichtlich Priester verhaften lassen,um einen Aufruhr zu erregen und ihn dann gegen die Armee zu rich.ten. Ich gebe Ihnen 24 Stunden Zeit, um die -Ordnung herzustel-len — die Zeiten Karl des viliten sind vorüber.
„Wenn Sie nach alle dem Wohlwollen, das Ihnen die französischeRegierung bewiesen hat, dennoch mich nöthigen, Krieg gegen Sie zuführen, so glauben Sie nicht, daß der französische Soldat, gleich dcuRäubern, die Sie bewaffnet haben, die Felder des unschuldigen mbunglücklichen Volks des Festlands verwüsten werde; nein! ich werdees beschützen und es wird sogar die Verbrechen segnen, welche diefranzösische Armee verpflichtet haben, eö Ihrer tirannischen Regierungzu entreißen.".
Unterzeichnet: Bonapart c.
Der Adjutant hatte die Ordre, diesen Brief selbst dem Senatin voller Sitzung vorzulesen, und demselben den ganzen Unwillen auS-zudrücken, den dessen Verhalten erregt hatte. Aber der Schreckenhatte Venedig schon ergriffen; das Blendwerk war verschwunden.Man wußte, daß die Rhcinarmeen unbeweglich geblieben waren, daßsie keinen Verlust erlitten harten, daß Ioubert mit seiner ganzen Ar«mee bei Villach eingetrossen, daß Viktor von Rom zurückgekommenwar und Verona einschloß, daß Angereau, nach seiner Wiederkehrvon einer Sendung nach Paris, mit einer Division neu organisirccrBataillone nach den Lagunen vorrückte, daß endlich Napoleon in allenGefechten siegreich gewesen war, selbst Wien Schrecken cingejagt, setznen Feinden so eben einen Waffenstillstand bewilligt hatte und von letz-tem Bevollmächtigte bei ihm eingetroffen waren, die um Frieden bit-ten sollten. Die Niedergeschlagenheit war aufs höchste gestiegen.
Der französische Minister stellte Iunot vor; der Senat lag zu sei-nen Füßen. Alle Mittel wurden angewendet, um ihn zu besänftigen.Inzwischen erfüllte er seine Sendung mit aller Freimüthigkeit und