Druckschrift 
5 (1823)
Entstehung
Seite
120
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Verlängerung eines solchen Kampfes seyn mochte, wie groß komin inicht die Wirkung dieses Widerstandes für das übrige Italien wer-den? Uebrigens erlitt dieser neue Krieg auch vielen Widerspruch zuParis. Venedig hatte daselbst einen sehr chäcigen Minister. DieConseils befanden sich dort im Streit mit dem Direktorium undletzteres selbst war unter sich gekheilt. Napoleon sah voraus, das,wenn er bei dem Direktorium über die Unternehmung gegen Vene-dig anfragte, er keine — oder nur eine ausweichende Antwort er-halten werde — und wenn er, wie bisher, ohne erst anzufragen,handle, er sich, selbst im Fall des Gelingens, die Verletzung aller-Ordnung vorwerfen lassen müßte. Als -Obergcneral hatte er nnrdas Recht, Gewalt mit Gewalt zu vertreiben; ein »euer Krieg ge-gen eine unabhängige Macht konnte nur auf Befehl seiner Regie- -rung statt finden; ohne diesen machte er sich der Anmaßung der iSouverainirätsrcchte schuldig. -

Man konnte also die entscheidende MaaSregel — Vene--!big den Krieg zu erklären — nicht ergreifen, 1) weil daiRecht dazu ermangelte, und 2) weil sie mit dem Plane, de» -Krieg ohne Aufschub nach Teutschland zu spielen, unser-^«inbar war. Die blose Episode in Venedig konnte zu der Hauchakcion werden, wodurch die große Unternehmung gezzaWien scheiterte. Man mußte sich also in Hinsicht auf die Vene-^tiancr mit blosen militairischen Vorsichtsmaasrcgcln begnügen. Man -war Breseia's, Bergamo's und des ganzen Landes auf dem rechte»Ufer der Etsch- gewiß; — die Cicadellcn dieser beiden Städte >»a-ren besetzt. Verona, wo die Stimmung minder günstig schien,-wurde nicht blos durch seine, mit allem Nothwendigen wohl verse-henen Schlösser im Zaum gehalten — sondern auch noch durch "den alrcn Pallast auf dem rechten Ufer, den man befestigen lies,so daß eine wahre öitadelle mitten ln der Stadt daraus wurde,welche den Besitz einer der drei steinernen Brücken vollkommen ^sicherte. Alle Truppen, die zu der Expedition gegen den PM -verwendet waren, sollten nun eine Reserve bilden, in Veronastehen bleibe», von da aus aber an jeden -Ort vorrückcn, wo ihreGegenwart nölhig seyn möchte,

Vl. Konferenz mit Pezzaro. — Da Napoleon, im .Begriff den neuen Feldzug zu eröffnen, über die Wendung, welche ;die Angelegenheiten Venedigs nehmci^konnten, immer mehr und ^inehr in Unruhe war, indem er geheime Umtriebe des Senats be-sorgte, so beschloß er, noch einmal den Weg der Unterhandlungzu versuchen und zu diesem Zweck eine Zusammenkunft mir Pezzaro,dem Chef der östreichischen Parchei, zu haben, da dieser