Druckschrift 
5 (1823)
Entstehung
Seite
108
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„Laßt unS also, England und den Ministern des Wiener Hofjzum Trotz, Freunde seyn! Die französische Republik hat an euchdaö Recht der Forderung; cS möge verschwinden gegen einen Kon-trakt, der uns mit einander vereint. Ihr mischt euch nicht weiterin einen Krieg, der euren Beifall nicht hat, und liefert uns dienöthigc» Lebensmittel; ich schütze dafür eure Religion, eure Sitten,euer Eigeuthum, und verlange von euch keine Kontribution. Istder Krieg nicht an und für sich schrecklich genug? Leidet ihr, un-schuldige -Opfer der Thorheiten anderer, nicht ohnchin schon zuviel? Alle Abgaben, die ihr gewöhnlich an den Kaiser zahlt , wer-den von nun an dazu dienen, den von dem Marsch eines HeercSunzertrennlichen Schade» siüd die Lebensmittel zu vergüten, welcheihr uns zusührt."

kX. Gefechte in Tirol. Der französische General gabgleich nach der Schlacht am Tagliamento dem General Ioubertden Befehl, die ihm entgcgenstehende Armee anzugreisen, sich deSganzen italiänischen Tirols zu bemächtigen, den ihm vorgeschriebt-nen Marsch schnell auszuführen und durch das Pusterchal nachKärnthcn vorzudringen.

Der General Ioubert setzte sich hierauf den 28 stcn März inBewegung, gieng über den Lavisio, schlug den Feind, machte da-bei mehrere Tausend Gefangene, schlug ihn dann ferner, nachdemer die Etsch passirt hatte, bei Tramin, nahm Bolzano, kam beiClausen abermals zum Gefecht, forcirte am 28 sten die Vergschluch-ten von Insbruck, warf die Oestreichischcn Truppen über denBrenner und rückte nun nach Kärnthcn vor, nachdem er demFeinde sehr starke Verluste beigebracht und ihm 7 bis 8000 Manngenommen hatte. Der General Ioubert zeigte bei der Leitung die-ser schwierigen Aufgabe Talent, Ausdauer und Thätigkcit. DieGenerale DelmaS, Baraguey-d'Hilliers und Dumas zeichneten sichaus. Die Truppen bewiesen die größte Unerschrockenheit.

X. Kurze Wiederholung. So waren also in siebzehenTagen beide Armeen deS Erzherzogs Karl gänzlich geschlagen, derFeind bis über den Brenner geworfen, und nach sehr beträchtlichenVerlusten Tirol von demselben geräumt worden. Oestreich hattePalma-Nova, einen sehr festen Platz, so wie Trieft und Fiume,die einzigen Häsen der Monarchie, verloren. Die Provinzen Törtz,Istrien, Krain, Kärnthcn waren erobert. Der Ueöergang überdie Sau, die Drau und über die Norischen Alpen war bewerkstel-ligt und die Armee befand sich nur »och 60 Stunden von Wien;sic konnte hoffen, noch vor dem Ende des Mai dort zu seyn.