Druckschrift 
5 (1823)
Entstehung
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Der Kaiser kam nun auf die Vorstadt Sc. Germaln zurück,.und fragte mich über viele Familien und Individuen derselbe».Der Zufall führte den Namen der Frau von S . . . herbei. Siehätte stecö, sagte er, eine außerordentliche Anhänglichkeit für de»Kaiser gehegt, und man werde sie diese ohnstrcilig gegenwärtig sehegrausam büßen lassen. Der Kaiser hatte gar keine Ahnung ge.habt, wie weit ihr Eifer, diese Anhänglichkeit gegangen war.Doch war er zu seiner Zeit von dem Edelmuthe, mit welche»,sie sich entschlossen hakte, bei der Kaiserin Josephine zu bleibe»,und sich ihr ganz zu widmen, sehr gerührt gewesen. Er weissich vor, daß er nie etwas für sie gethan habe. Sie müsse i»der Wahl der Augenblicke, wo sie um die Berufung ihres Mannesin den Senat gebeten habe, unglücklich gewesen seyn.

Don Kindheit an war ich mit Frau von S . . . in schnahen Verhältnissen gewesen. Sie hatte Vertrauen in mich gesetzt.Ich erzählte dem Kaiser, wie sie zur Pallastdame ernannt worde»sey. Ihr Mann brachte sie eines Morgens zur Kaiserin Jost-phine, die ihr ganz unbefangen dankte, daß sie in ihren Dienst zutreten gewünscht habe, und ihr sagte, daß sie sie annchme. FürFrau von S . . ., die nie daran gedacht hatte, jedoch mit ihmnatürlichen Schüchternheit jetzt still schwieg, war dieö ein Donnmschlag. Auch ich war natürlich damals weit entfernt, eine solcheAnstellung zu billigen oder anzurathen, doch erzeigte ich ihr. eine»wahren Dienst dadurch, daß ich einen Absagebrief, den sie mirhinter dem Rücken der ihren anvertraut hatten, und der den M>sichten derer, von welchen diese ganze Sache eingeleitct worden war,hätte gefährlich werden können, zurückbehielt.

Der Kaiser fragte, woher ihr so großer Widerwille habe kom.men können, und ich antwortete, daß er aus ihrer Bekanntschaftund den unmittelbaren Verhältnissen mit unfern Prinzen entstanden.„Dann hatte sie Recht, crgegnete er, und wie konnte nur ihrMann sie in eine so ungeschickte Lage bringen? Es ging mir bei !meinen Kammcrherrnerncnnungen auch gerade so. Einer davon ließmich bitten, es zu genehmigen, daß er mir die Stelle zurückgebe,weil er, wie er sagte, erster Kammerjunker von Ludwig xvl. undXVIii. gewesen sey. Ich selbst rief da gleich aus: Ei, wie könntesich denn das mit einander vertragen? Der Mann hat Recht. Eswar Mangel an Takt in den Ansichten derer, die mir ihn vor« ischlugen. Aber ich, was konnte ich dafür? Konnte ich denn!

solche Kleinigkeiten errathen? Erlaubten mir es etwa meine wich«tigen Geschäfte, mich dazu heraüzulassen? !

„Dennoch aber, fuhr der Kaiser fort, würde Frau v. S - . - !wenn sie sich nur dabei zu benehmen gewußt hätte, alles was sic >