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3 (1917) Schuldrecht
Entstehung
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§ 215. Rechtsfolgen der unerlaubten Handlung.

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entsprang aus jeder schuldhaften Körperverletzung 19 , war aber un-vererblich 20 . Wegen seines Zusammenhanges mit der Bufse wurdeihm früher ziemlich allgemein ein poenaler Charakter zugeschrieben 21 .Neuerdings drang jedoch die Ansicht durch, dafs er lediglich alsSchadensersatzanspruch wegen der erlittenen Unlust aufzufassenund deshalb von der reichsgesetzlichen Aufhebung der Privat-strafen für Körperverletzung nicht berührt sei 23 .

So war das Ergebnis der Entwicklung des gemeinen Rechts,dafs aus unerlaubter Handlung lediglich Schadensersatzansprücheentspringen. Auf demselben Standpunkte stehen die neueren Gesetz-bücher. Auch das B.G.B. führt ihn durch. Doch hat sich derGedanke, dafs dem Verletzten mindestens in gewissen Fällen aufserdem Ersatz des materiellen Schadens eine Genugtuung für das zu-gefügte Unrecht gebührt, in zwei an Stelle der Privatstrafen ge-tretenen Rechtsbildungen wiederum Bahn gebrochen: in dem An-spruch auf Ersatz auch des immateriellen Schadens und in dermodernen Bufse.

2. Schadensersatzpflicht überhaupt. Inhalt und

oben, auf. Allgemein ferner Öst. Gb. § 1325, Zürch. Gb. § 1845, Sachs. Gb.§ 1489 (älteres sächs. R. b. Wächter S. 85 Anm. 67, thüring. b. Heinibach§ 259). Abgeschafft wurde es im Bad. L.R. a. 1382 f u. Württ. G. v. 1839 a. 14.

19 Vgl. Seuff. XXXI Nr. 231, 232, XLI Nr. 104 (R.Ger.), XLV Nr. 12(Obst. L.G. f. Bayern), XLV1 Nr. 257. Nur nach Breufs. L.R. § 112 blofs beigrobem Versehen.

20 Seuff. VIII Nr. 138, XXXI Nr. 230, XLVII Nr. 271.Der Schmerzstirbt mit dem Verletzten. Anders nur nach Eintritt der Rechtshängigkeit.So auch die österr. Praxis; vgl. M. Ivö s sler, Die Vererblichkeit des Schmerzens-geldes nach öst. II. (Sonderabdruck aus Ost. Zentralblatt für die juristischePraxis Bd. 30), der seinerseits Vererblichkeit behauptet, sobald der Wille derGeltendmachung irgendwie erklärt ist.

21 Vgl. Gen sie r a. a. 0. S. 147, Seitz a. a. 0. S. 164 ff'., Gen gl er § 131,Wind scheid in den 3 ersten Auf!., das ältere sächs. R. (Schmidt 1 48011'.),Lüh. O.A.G. b. Seuff. XXXII Nr. 239, das denn auch konsequent Aufhebungdurch das R.Str.G.B. annimmt.

23 v. Wächter S. 73 ff., Windscheid, Anm. 31 (seit der 4. Aufl.),Stobbe, Anm. 3132; R.Ger. VIII Nr. 29, Seuff. XXXI Nr. 232, XXXVIIINr. 121, XLIII Nr. 115, XLVI Nr. 257 (Obst. L.G. Bayern). Überwiegendnahm man daher auch an, dafs, soweit neben Unfallrente Schadensersatz zuleisten ist, das Schmerzensgeld inbegriffen sei; Seuff. LIX Nr. 226, LXVI Nr. 2;anders ebd. XLIX Nr. 119, LVI Nr. 197. Auch neben Ersatzansprüchen ausdem Reichshaftpflichtges. liefs man vielfach landesrechtliche Ansprüche aufSchmerzensgeld zu; R.O.II.G. XXIV 311 ff., R.Ger. I Nr. 101, Seuff. XXXV Nr. 29;anders R.O.II.G. XIX 397ff., R.Ger. XI Nr. 15, Seuff. XXXII Nr. 68, XXXIXNr. 302.

Bindinff, Handbuch. II. 3. III.: Gierke, Deutsches Privatrocht. III.

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