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3 (1917) Schuldrecht
Entstehung
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§ 202. Mäklervertrag.

§ 202. Mäkler vertrag 1 .

I. Begriff. Der Mäklervertrag hat die entgeltliche Ver-mittlung von Vertragsschlüssen zwischen Anderen zum Gegenstände.Er hat mit dem Werkverträge stets gemein, dafs eine Vergütung(Maklerlohn) für einen Arbeitserfolg (Bewirkung des Zustande-kommens eines Vertrages) versprochen wird. Verpflichtet sich derMäkler seinerseits, für die Herbeiführung dieses Erfolges tätig zuwerden 2 , so ist der Mäklervertrag überhaupt eine Unterart desWerkvertrages 3 . Allein ein Mäklervertrag liegt auch vor, wenn,wie dies die Kegel bildet, der Mäkler keinerlei Tätigkeit verspricht,sondern sich nur für den Fall erfolgreicher Tätigkeit den Makler-lohn versprechen läfst 4 . Darum bildet der Mäklervertrag eineneigenartigen Typus des Arbeitsvertrages 8 .

1 ltiesenfeld b. Gruchot XXXVI 790ff., XXXVII 27 ff., 277 ff., 580ff.,814ff. Reuling, elul. XL 198ff. Crome, Part. R.G. S. 411ff Staub,Exkurs zu H.G.B. § 92. Reichel, Die Maklerprovision, 1913. Zur Ge-schichte: Lab and, Z. f. D. R. XX 1 ff. Goldschmidt, Z. f. d. g. II.R.XXVIII lloff. Frensdorff, Der Makler im Hansagebiet, in Festschr. f.Regelsberger, Gott. 1901. P. Rehme in Ehrenbergs Handb. des H.R. I 99ff,159ff., 210ff. Zum Recht der Handelsmäkler: Goldschmidt, Hdb. 2 § 55S. 631 ff. B ehrend § 56 ff. Co sack I § 52. K. Lehmann § 44. Zumpreufs. R.: Neubauer, Arch. f. b. R. VI 1 ff. Zum Recht des B.G.B.:Endemann § 176. Crome§272. M a ttli i a fs § 124. Kohler§140. Cosack§ 152. Demburg § 337 ff. Enneccerus § 377 ff

2 Wenn Enneccerus § 377 Anm. 2 ausführt, falls nicht der Erfolg,sondern nur Tätigkeit für den Erfolg versprochen werde, liege nicht Werk-vertrag, sondern Dienstvertrag vor, so übersieht er; dafs auch eine in sichgeschlossene Tätigkeit mit ungewissem Erfolg den Gegenstand eines Werk-vertrages bilden kann (oben § 201 S. 690 Anm. 14). Hier aber kommt hinzu,dafs dem Mäkler nur bei Erreichung des Erfolges seine Arbeit vergolten werdensoll, was dem Wesen des Dienstvertrages widerspricht. (In dem von Ennec-cerus zum Gegenbeweise angeführten Beispiel ist auch Werkvertrag anzu-nehmen.)

3 Keineswegs aber hört er damit auf, Mäklervertrag zu sein, wie dieswegen der angeblich streng einseitigen Natur des Mäklervertrages ReulingS. 198ff'., Riezler, Werkv. S. 91, Siber, Rechtszwang S. 18ff. annehmen,aber auch R i e s e n fe 1 d a. a. O. XXXVII 277, 847 lehrt.

4 Dies wird durch § 652 B.G.B. klargestellt. Man kann daher nicht mitCrome, Part. R.G. S. 413ff. n. B.G.B. § 272, Dernburg § 338 II, Scho 11-meyer S. 113, Lotmar I 283ff. u. A. den Mäklervertrag schlechthin demBegriff des Werkvertrages unterstellen.

6 Vgl. Planck, Vorbem. IV; Oertmann, Vorbem. 3; Enneccerus§ 377 I 1; Cosack § 152 V; Reichel S. 8ff. Der Mäklervertrag ist niemalsstrengeinseitiger Vertrag. Denn auch wenn der Mäkler keine Tätigkeitschuldet, ist er, sobald er tätig wird, aus dem Vertrage zu Leistungen be-