§ 199. Dienstvertrag.
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begegnet seit dem 13. Jahrhundert der Gesindevertrag, der bereitsin den mittelalterlichen Quellen die scharf ausgeprägte Gestalteines entgeltlichen Arbeitsvertrages zeigt. Denn so kräftig dieStellung des freien Gesindes durch die Eingliederung in die Haus-gemeinschaft und die mit ihr verbundene Unterwerfung unter diehausherrliche Gewalt bestimmt blieb, so wurde doch als Grundlagedes ganzen Verhältnisses das gegenseitige Versprechen von Dienstund Lohn aufgefafst 9 . In ähnlicher Weise bildete sich in denStädten der gewerbliche Arbeitsvertrag aus, der namentlich alsVertrag zwischen Meister und Gesellen ursprünglich den Eintrittin die Hausgemeinschaft nach sich zog, allmählich aber davonunabhängig wurde und nur noch ein geschäftliches Herrschafts-Verhältnis begründete 10 . Dazu kamen die Verträge mit den Hand-lungsgehilfen, mit dem Schiffsvolk * 11 , mit den Bergleuten 12 , mitden Soldkriegern 13 . Auch wurden bei der Anstellung von be-soldeten Beamten zuerst in den Städten Verträge geschlossen, dieden Charakter von Dienstverträgen trugen u . In allen diesenFällen beruhte die Verpflichtung zum Dienst auf dem freien schuld-
9 Vgl. Hertz a. a. 0. S. 5ff.; Könnecke a. a. 0. S. 239ff.; Wurzeln,S. 45 ff.; Näheres unten § 200111. In scharfer Zuspitzung sagt das kl. Kaiserr. 'II 28: „ein iglich man, dem got hat beschert, daz er hat gesinde, beide magedeund knechte, der enhat keyn recht über sie nit dan alz vil als im ir dienstgevellet um sinen lohn.“ Vgl. auch Gl. zu Sachsensp. II 33 § 1 u. 33 (WurzelnS. 46 Anm. 1).
10 Mein Genossenschaftsr. I 403ff.; Sickel, Vertragsbruch S. 123ff.;Schanz, Zur Geschichte der deutschen Gesellenverbände S. 3ff., lllff.;Wurzeln S. 47 ff. Bezeichnend für die Umwandlung ist die Verdrängung desNamens „Knecht“ durch „Geselle“.
11 Pappenheim, Die geschichtliche Entwicklung des Seehandels undseines Rechts, Sehr, des Vereins f. Sozialpol. CIII 2, S. 173 ff.; S ickel S. 141 ff.;v. Amira I 645 ff., II 786 ff.
12 Sickel S. 141 ff; Menzel, Z. f. d. P. u. ö. R. d. G. XVIII 494ff;Opet, Z. f. Bergr. XXXIV 312ff.; L. Bernhard, Die Entstehung und Ent-wicklung der Gedingeordnungen im deut. Bergrecht, Schmollers Forsch. XV 2,1903; dazu jedoch Zycha, V.J.Schr. für Sozial- u. Wirtschaftsgesch., 1908,S. 268 ff.
13 v. Maurer, Gesch. der Städtev. I 510ff.; mein Genossenschaftsr. I447 ff, II 730.
u v. Maurer a. a. 0. III 236ff.; mein Genossenschaftsr. II 744 Anm. 166;Immerwahr, Kündigung S. 61 ff. So namentlich mit dem Stadtschreiber(Syndikus); vgl. z. B. Urk. v. 1270 im Lüh. Urkh. I 303ff., v. 1390 b. Schreiber,Freib.Urkh.il 84 (jährliches „Dingen“). Aber auch mit städtischen Brunnen-meistern (Freiburg. Urk. v. 1333 a. a. 0. I 301), Werkmeistern (Urk. v. 1399ebd. II 359), Ärzten (z. B. Lüb. Urkh. II 1081), Fürsprechen (Rothenbüchera> a - 0. S. 24), Schulmeistern (ebd. S. 21), Apothekern usw.
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