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3 (1917) Schuldrecht
Entstehung
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§ 198. Leihe und Darlehen.

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Gleich der Leihe war das Darlehen im deutschen wie imrömischen Recht Real vertrag und ist es im gemeinen Rechtund in den meisten Gesetzbüchern geblieben 50 . So auch im B.G.B. 61 .

Von dem Darlehensvertrage ist daher der Vertrag, durch dendas Geben oder Nehmen eines Darlehens oder gleichzeitig von demeinen Teil das Geben und von dem anderen Teil das Nehmen ver-sprochen wird, als Da riebe ns Vorvertrag zu unterscheiden 52 .Ein solcher Vertrag ist bindend, begründet aber noch keine Dar-lehensschuld, sondern die Verpflichtung zum Abschlufs eines dieDarlehensschuld begründenden Vertrages durch Hingabe oder An-nahme der Valuta 53 . Die bindende Kraft des Versprechens, das Dar-lehen zu geben, ist durch die gesetzliche Regel abgeschwächt, nach derim Zweifel dieses Versprechen widerrufen werden kann, wenn in denVermögensverhältnissen des anderen Teils eine Verschlechterungeintritt, durch die der Anspruch auf Rückerstattung gefährdet wird 54 .

50 Vgl. für das gern. R. oben § 186 S. 344 Anm. 81. Dafs das Preufs. L.B.das Darlehen als Realvertrag auffafst, ergibt sich deutlich aus § 653 in Ver-bindung mit § 654661. Gegen Förster, der trotzdem Konsensualvertragannahm (II § 137 S. 2351, wendet sich E c c i u s in seiner Bearbeitung. Des-gleichen Dernburg § 178. Auch Code civ. a. 1892 geht vom Begriff desRealvertrages aus; dafs er daneben, wie das R.Ger. XXXII Nr. 65 S. 266meint, ein Ivonsensualdarlehen zulasse, ist nicht anzunehmen. Ausdrücklichunterscheidet das Öst. Gb. § 983 den Darlehensvertrag als Realvertrag vomDarlehensvorvertrage; vgl. v. Schey S. 36 ff. Ebenso Sachs. Gb. § 1067 mit§ 10681069. Dagegen führt das Schweiz. O.R. a. 329337 (312318) dieTheorie des Konsensualvertrages konsequent durch.

51 Der Wortlaut des § 607 und die Stellung des § 610 schliefst hier jedenZweifel aus. Vgl. Cosack § 142 III, der hei der Leihe anderer Meinung ist(obenAnm. 16), Endemann § 184, Dernburg § 2341, Eck S. 506, Scho 11-meyer S. 88, Crome § 247, Enneccerus § 362 11, Regelsberger, Jahrb.f. D. LII 410ff., Planck Vorbem. III 3a, Staudinger Vorbem. 2, Oert-mann Vorbem. 2. Abweichend Köhler, Arcli. f. b. R. II 211 ff., XXXIII 1 f.,Affolter, ebd. XXVI 3ff., Hoeniger, ebd. XXXIII 278ff., G. Boelnner,ebd. XXXVIII 314ff., Lübbert, Jahrb. f. D. LII 313 ff., Schlofsmann, ebd.XLV 1 ff., 38ff., 71, Reichel, Die Maklerprovision, 1913, S. 18ff.

62 Preufs. L.R. § 654660. Öst. Gb. § 983. Sachs. Gb. § 10681069. Vgl.bes. v. Schey S. 172ff.; Lübbert a. a. O. S. 372 ff.; Oertmann zu B.G.B.§ 610; Enneccerus § 364; Dernburg § 236.

53 Darum ist gegenüber der Forderung aus dem Darlehensversprechendie Aufrechnung ausgeschlossen; Seuff. LXI1I Nr. 8. Auch ist die Forderungauf Auszahlung des Darlehens unübertragbar; oben § 180 S. 200 Anm. 97,dazu jetzt auch Raape b. Dernburg 4 § 236 Anm. 5. Nach Sachs. Gb. § 1069verjährt die Klage jedes Teils auf Erfüllung in einem Jahre; nach Schweiz.O.R. a. 331 (315) in 6 Monaten.

u B.G.B. § 610 und dazu oben § 184 S. 305 Anm. 115116 über die

Binding, Handbuch. II. 3. III: Gierke, Deutsches Privatrecht. III. 37