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Zweites Kapitel. Schuldverhältnisse aus Rechtsgeschäften.
IV. Besonderheiten beim Viehkauf 76 .
1. Überhaupt. Während im gemeinen Recht die römisch-rechtlichen Grundsätze auch für den Viehkauf durchdrangen, er-hielt sich für diesen in -vielen Partikularrechten abweichendesdeutsches Recht 78 . Auch in den neueren Gesetzbüchern und Spezial-gesetzen wurden meist die deutschrechtlichen Grundsätze durch-geführt 77 oder doch in wesentlichen Punkten angenommen 78 . DasB.G.B. hat sich durchaus auf den Boden des deutschen Rechtesgestellt 79 . Seine Sondervorschriften gelten aber nur für den Ver-
käufer in Verzug setzen. Auch kann er neben der Nachlieferung Ersatz des
ihm durch schuldhafte mangelhafte Leistung entstandenen Schadens verlangen.
76 Über das ältere deut. R.: Sachsenhauser, Die Lehre von der Nack-
währschaft für verkaufte Haustiere nach deut. R., München 1856. Iioffmann,Arch. f. prakt. R.W. IV (1857) S. 177 ff. Walther, ebd. N. F. VIII (1871)
S. 3ff., 113ff. Mittermaier § 281 II. Gengier, Lehrb. I 371 ff; D.P.R. * * * 4§ 118. Bese 1 er § 112 III. Stobbe-Lelimann § 232 (mit weiteren Literatur-nachweisen). E. Huber, Schweiz. Privatr. IV 854ff — Über Partikularrechte;Ilaubold § 283; Heimbach § 147; Grefe II § 57; Reyscher II § 417;Paulsen § 91; M. Hachenburg, Das Recht der Gewährleistung beim Tier-handel in Baden, Württemberg, Hohenzollern 1888; F. Kuhy, Komm, zumBayr. Ges. v. 26. März 1859, 4. Aufl., 1892. — Heutiges deut. R.: K. Schneider,Rechtsregeln des Viehhandels, 1899. W. Dieckerlioff, Gerichtliche Tier-arzneiknnde 3 , 1902. Krückmann, Anfechtung, Wandlung und Schadens-ersatz beim Viehkauf, 1904. Stölzle, Viehkauf 5 , 1913. Meisner, Vor-schriften über Viehgewährschaft 2 * * ,1908. Endemann § 161 9 . D e r n b u r g § 192.Crome § 224. Matthiafs § 107. Co sack § 129. Enneccerus § 337.
76 Quellenstellen aus dem M.A. b. Kraut, Grundr. § 129 Nr. 1—12.Frankf. Ref. II, 9 § 4ff. Nürnb. Ref. II 16. Fränk. Stat. b. Arnold, Beitr. II81 ff., 203 ff, 209 ff., 441 ff., 551 ff., 559 ff., 594 ff, 613 ff, 664 ff. Weitere Nach-weise b. Gen gier, Lehrb. I 371 ft'. Schweizer. Ges. b. Huber IV 854ff.
77 Bayr. L.R. IV c. 3 § 23. Österr. Gb. § 924—927. Sächs. Gb. § 924-929.Meining. Gewährschaftspatent v. 28. März 1781. Gotha. Mand. v. 29. März 1790.Gr.Hess. G. v. 15. Juli 1858. Bad. v. 23. Apr. 1859 u. 16. Aug. 1882. Preufs. f.Hohenzollern v. 5. Juli 1863. Frankf. v. 9. Dez. 64. Kurhess. v. 23. Okt. 1865.Württ. v. 26. Dez. 1861. — Schweizer. Kantonalrechte (Vorbehalten in O.ll.a. 890) b. Huber III 726ff.; jetzt durch das einheitliche Recht des neuenO.R. a. 198 u. 202 ersetzt.
78 So in dem Mischrecht des Preufs. A.L.R. I, 11 § 179 ff., Anh. § 13—1478 So schon Entw. I § 399—411. Trotz des Protestes der Tierärzte hat
das B.G.B. § 481—492 daran mit Recht festgehalten. Vgl. meine Schrift überden Entw. S. 217 ff. — Über die Vorgeschichte, des neuen Schweiz. R. vgl.Os er zu a. 198. Hier hat schliefslich eine noch über das deut. R. hinaus-gehende Abschwächung der Gewährleistungspflicht gesiegt. Denn eine solchebesteht nur insoweit, als der Verkäufer sie dem Käufer schriftlich zugesichertoder den Käufer absichtlich getäuscht hat.