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3 (1917) Schuldrecht
Entstehung
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Erstes Kapitel. Schuldverhältnisse überhaupt.

haftung mit seinem Vermögen oder auch mit seiner Persontreffen 17 . Liegt eine rechtsgeschäftliche Verpflichtung zu gesamterHand vor, so wird stets, da es an einem gemeinschaftlichen Iiaftuugs-ohjekte fehlt, eine derartige Sonderhaftung übernommen. Geradedarauf zielt das Geloben mit gesamter Hand ah 18 . Die Gelobendenwollensamt und sonders haften, sie wollenAlle für Einen undeiner für Alle einstehen. Es gibt aber zwei Formen der Haftungs-gemeinschaft. Entweder soll der Gläubiger zunächst jeden Mit-haftendeu nur wegen seines Anteils angreifen dürfen und nur wegendes Ausfalls den Zugriff gegen die übrigen Mithaftenden haben 19 .Oder es soll der Gläubiger von vornherein sich an jeden einzelnenMithaftenden wegen der ganzen Schuld halten können 20 . Beide

17 So hei der Gesellschaft und insbesondere frühzeitig hei der Handels-gesellschaft (Lüb. E. b. Hach IV, 7, F. G. A. Schmidt, Ilandesgesellschaftenin den deut. Stadtrechtsquellen des M.A., Unters, z. d. St. u. E.G. Heft XVS. 66, 68); bei Miterben, wenn sie vor Bezahlung der Schulden geteilt haben(Stobbe § 221 Anm. 8); hei ehelicher Schuldengemeinschaft in mannigfacher Art.

18 Darum wird immer eine haftungsgeschäftliche Form gewählt und dasSinnbild oder die Formel für die gesamte Hand auf das Haftungsverhältnisabgestellt. Besonders bezeichnend sind die Fälle, in denen sich die Mithaftendenzu gemeinsamem Einlager verpflichten; Urk. v. 1269 l). Niesert a. a. 0., Urk.v. 1292 b. Stobbe, Vertragsr. S. 155, Urk. v. 1330 ebd. S. 194, Urk. v. 1268 u.1333 b. Loersch-Scliröder-Perels Nr. 136 u. 192, Brünner Schöffen!), c. 131.

19 Vgl. Stobbe, Vertragsr. S. 161 ff.; Fockema-Andreae S. 17 ff.;auch v. Amira I 177 ff., II 207 ff. Dieses System setzen offenbar die Sachsen-spiegelstellen voraus. Streng durchgeführt ist es im Bamberger Stadtr. Art. 238u. 234, Bremer E. v. 1303 ord. 127, v. 1433 ord. 80, Lüneburger Stadtr. Art. 68(h. Kraut S. 71), Iladeler Landr. II, 4, Solmser Landr. Tit. 16 usw. Vgl. fernerSchöffenurt. des 15. Jahrh. b. Stobbe S. 163 ff., Iveurboek v. Arnhem Art. 691). Fockema-Andreae S. 18. Dazu Scliwabensp. c. 6. Dasselbe System unterErstreckung auf die dingliche Schuld liegt der Einzinserei zugrunde; vgl. obenBd. II 730. Dafs allesamt und sonders odereiner für alle haften, kannauch bei blofs subsidiärer Ganzhaftung gesagt werden; doch findet sich dafürin niederländischen Quellen die Formelgesamenderhandt ende niet elck vooral;Fockema-Andreae II 17.

20 Stobbe S. 157ff.; Fockema-Andreae II 16 ff.; auch v. Amira I182 ff., II 212 ff. Vgl. Augsb. Stadtr. Art. 181 b. Meyer S. 215; Soester Skraec. 52 (so hevet dey cleghere dey macht, dat hey beclagen mach, wilkeren heywil, unde wilkeren hey beghripet mit ghericlite, deine mach hey volghen alsoein recht is); Wiener Stadtr. Art. 60; Wurster Landr. VIII, 20 § 2; revid.Lüb. K. III, 5 Art. 2; auch Goslaer Forstr. § 64 b. Grimm, W. III 267, jedochmit dem Vorbehalt,so forder dat neyn hat edder frevel mede en sy. hiniederländischen Quellen heifst es bei prinzipaler Ganzhaftung:gesamender-hant ende elck voor al. Seit der Bekanntschaft mit dem römischen Hechtbegegnet in denUrkunden Verzicht auf das beneficium divisionis; Stobbe S.158.