§ 178. Änderung der Schuldverhältnisse.
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nachträglich Stundung gewährt 105 . Die Verzugsfolgen fallen dannfür die Zukunft, aber auch nur für die Zukunft weg 106 .
2. Gläubigerverzug 107 . Verzug des Gläubigers (Annahme-verzug, mora accipiendi) tritt ein, wenn der Gläubiger die ihmangebotene Leistung nicht annimmt. Ein Verschulden des Gläu-bigers ist nicht erforderlich 108 . Voraussetzung ist stets, dafs derSchuldner berechtigt, imstande und bereit ist, die geschuldeteLeistung zu bewirken 109 . Die Leistungsbereitschaft des Schuldners
i°5 Windsclieid-Kipp § 281; Paech S. 179ff.; Endemann 137 Z. 3;Dernburg § 73; Seuff. LI Nr. 94. Vgl. Sachs. Gb. § 753, 755. DasLeistungsangebot mufs natürlich auch den Verzugsschaden umfassen. AlsStundung wirkt auch einseitige Zurücknahme der Mahnung; Kipp, Festgabea. a. 0. S. 123.
106 Zur Aufhebung der Verzugsfolgen für die Vergangenheit bedarf eseines Erlafsvertrages. Ob in der nachträglichen Annahme der Leistung einsolcher liegt, ist Auslegungsfrage. Eines besonderen Vorbehaltes der Rechteaus dem Verzüge, wie nach Sachs. Gb. § 754 u. Schweiz. O.R. Art. 129 2 (jetzt114 2 ), bedarf es nach geltendem deutschen Recht nicht.
101 Über das ältere deutsche Recht P. Heuer, Der Annahmeverzug imälteren deut. Privatrecht, 1911 (Beyerle VI 1); vgl. ferner Planck II 243,v. Schwerin, R.G. 2 S. 106, sowie zum Teil Köhler, Jahrb. f. D. XVII 262ff.;nord. R. b. v. Amira, O.R. I 476ff., II 468ff. — Über das röm. u. gern. R.Mommsen a. a. 0. 284flf.; Köhler a. a. 0.; v. Schey, Begriff und Wesender Mora creditoris im österr. u. gern. R., 1884; Brinz, Pand. II § 275;Windscheid § 345 ff. — Über das Preufs. R. Förster-Eccius I § 105 II,Dernburg II § 73. — Code civ. Art. 1257—1264. — Öst. Gb. § 1419. —Sachs. Gb. § 746—752. — Über das heut. deut. R. B.G.B. § 293—304 und dieKomm.; Köhler, Arch. f. b. R. XIII 144ff.; Munk, Wesen und Voraus-setzungen der Mora creditoris im gern. R. und im B.G.B., 1898; Wentrup,Der Gläubigerverzug im B.G.B., 1900; Wolffenstein, Mora accipiendi desgern. R. und Gläubigerverzug des B.G.B., 1902; Rosenberg, Jahrb. f. D.XLIII 141 ff.; Hohenstein, Arch. f. b. R. XXV 69ff.; Stammler S. 151 ff.;Matthiafs § 81; Cosack I § 106; Endemann, § 139ff.; Enneccerus§ 280ff.; Dernburg § 74ff.; Crome § 163ff.; Landsberg § 74ff.
108 B.G.B. § 293. Für das gemeine Recht war viel Streit. Überwiegendforderte man Verschulden. So Windscheid § 345 Anm. 8, Dernburg §43Anm. 9, v. Schey S. 80. Dagegen trat mit Entschiedenheit namentlich Köhler,Jahrb. f. D. a. a. 0. S. 265 ff., 409 ff., auf. Ausdrücklich ist im Preufs. A.L.R.I, 11 § 98, 102, 103, 939, 940 Verschulden des Gläubigers für unerläfslich er-klärt. — Das ältere deut. R. liefs echte Not als Entschuldigungsgrund zu;P. Heuer S. 39ff.
109 B.G.B. § 297. Fälligkeit der Leistung ist nicht erforderlich; darf derSchuldner vorher leisten, so kann er auch den Gläubiger vorher in Verzugsetzen, Leisturigsunmögliclikeit schliefst, auch wenn ihr Grund in der Persondes Gläubigers liegt, den Eintritt des Verzuges aus; a. M. Köhler, Arch.f- b. R. XIII 258ff.; vgl. gegen ihn Kisch, Nachträgl. Unmöglichkeit S. 80,