wir ihn so offenbar einer nnvcrmeidlichen Auflösung cnlgcgcngehensahen. Alle unsre Sorgfalt um ihn war hierbei umsonst.
Längst schon hatte er auf das Reiten, in der letzten Zeit auchsogar auf das Ausfahren verzichtet und selbst das bloße Spazieren-gehen erfolgte selten. Er sah sich säst ganz auf seine Zimmer be-schränkt, unteruahm jetzt keine anhaltende und regelmäßige Arbeitmehr, dictirte uns nur nach langen Awischeuräumcn und auchbann blos das, was ihm so eben eiufiel. Diejenigen allein, welcheden ganzen Umfang seiner Fähigkeiten zu beurthcilcn verstanden,werden fühlen, welche Kraft der Seele er bedurfte, um die drü-ckende Last eines so langweiligen Zustandes, einer so verhaßtenEristenz ohne Murren zu ertragen; und dennoch zeigte er unsimmer das nämliche heitere Gesicht, die nämliche Gleichheit desCharacters, den nämlichen Scharfsinn, die nämliche Freiheit desGeistes, oft sogar Munterkeit und scherzhafte Laune; aber bei ei-nem vertraulichem Umgänge mit ihm, bemerkte man leicht, daßer sich weder mit der Zukunft beschäftigte, noch an die Vergan-genheit zurückdachte und eben so wenig für die Gegenwart sorgte.Er gehorchte leidend den Fodcrungen seiner physischen Natur undbei seinem gänzlichen. Lebens-Uibcrdrusse dachte er vielleicht miteinem geheimen Verlangen an das Ende desselben. So standendie Dinge zu der Zeit meiner Fortschaffung von Longwood, welchejetzt nicht mehr fern ist.
Ich habe in meinem Tagebuche alle die kleinlichen Zänkereienmit dem Gouverneur eben so wenig aufnehmen wollen, als diezahlreichen zwilchen uns und ihm gewechselten offiziellen Noten.So habe ich auch alle die Erbärmlichkeiten weggclassen, die in Be-treff unsrer physischen Eristenz so häufig vorkamen. Cs war janicht mein Zweck, die Geschichte von Longwood und dieser schreckli-chen Ereignisse zu schreiben, sondern nur die Characterzüge Napo-leons hcrauszuhebcn. Wer sie jedoch zu wissen wünscht, kanndieselben bis zu den geringsten Kleinigkeiten in dem Werke desDoctor O' Meara finden- Von mir, den diese Dinge zum Theilselbst trafen, wäre es kleinlich gewesen, mich zu lange dabei anf-zuhalten; aber bei dem Doctor, der dabei nur als Zeuge erscheint,der uns ganz fremd, man könnte selbst sagen, von der Gegenpar-thei war, kann in seiner Lage, eine solche Genauigkeit nur dasResultat eines tiefen Gefühls eines höchstedlen, sein Herz ehren-den Unwillens seyn.
Ich höre, daß der Er-Gouverneur von St. Helena ihn vvrden Tribunalen wegen ungerechter Beschuldigungen und Verläum-dung, anklagt. Ich bin voll Ehrerbietung gegen die Richter der