Sonntags, am i5. September.
Der Kaiser benutzte heute einen Augenblick, wo schönes Wet-ter war, um in den Garten der Compagnie spazieren zu gehen.Ich war allein mit ihm, überliest mich gewissen Schilderungen vonPersonen und erlaubte mir dieselben nachher mit einigen Vorschlä-gen zu verbinden. Er wies sie zurück und machte Hch gewaltigüber mich lustig. „Schon gut, schon grrt, mein Lieber! Sie sindein Närrchen; nehmen Sie den Ehrentitel nicht übel,, setzte er so-gleich hinzu, ich verschwenoe ihn nicht an alle Welt. -Wem ich ihngebe, den erkläre ich damit sür einen braven Mann."
Nach dem Diner nahm sich der Kaiser immer wieder vor indem Gedicht Lucias weiter zu lesen, wie er das gestern undvorgestern gcthan und bald wieder anfgcgeben hatte. Charle-magnc wurde also aufs diene vorgesnchc und abermals verlassen.Homer sollte ihn, wie er scherzend sagte, entschädigen und nunwurde Prinz Lncian wiederum wacker critisirt und der gute Ho-mer bewundert.
Bei einer Unterbrechung der Lectüre, sagte man dem Kaiser,daß Lncian ein andres dem Charlemagnc ganz ähnliches Gedicht,nämlich Karl Märtel ui Corsica und außerdem noch ein DuzzcudTragödien fertig liegen habe. „ Aber hat er denn den Teufel imLeibe?" rnfie der Kaiser ans.
Man erzählte ihm sodann, daß auch sein Bruder Louiseinen Roman geschrieben habe. „Er kann vielleicht recht geistreichund schön sepn, antwortete er, aber gewiß nicht ohne metaphy-sische Schwärmerei, nicht ohne philosophische Albernheiten."
Ferner wurde erwähnt, daß die Prinzessin Elise Verfas-serin eines Romans sei, was dem Kaiser bis jetzt unbekanntgeblieben war. Auch sogar die Prinzessin Pauliue, sagte manferner, hat ihren Mmian — „Gespielt, siel der Kaiser ein, sieist selbst die Heldin gewesen, aber nicht geschrieben — und nachdieser Rechnung, fuhr er fort, bliebe ja nur Caroline übrig,die nicht Schriftstellerin wäre. Man hielt sie allerdings in ihrerfrühesten Jugend für einfältig und behandelte sie, wie Aschenbrö-del im Hause; aber sie hat sich sehr gefunden. Sie ist eine sehrschöne und verständige Frau geworden u. s. w."
Montags, am >6. September-
Heute Morgens kam mein Bedienter zur gewöhnlichen Stunde,und sagte mir, daß er weder Kaffee, noch Zucker, noch Milch,«och Brod zu meinem Frühstücke habe. Gestern hatte ich kurz vor