Druckschrift 
9 (1824)
Entstehung
Seite
19
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scheu Bevollmächtigten in der Person des Baron von Austetteirgab schon deutlich zu erkennen, daß Rußland kcinesweges denFrieden, sondern Oesterreich nur Zeit verschaffen wolle seineRüstungen zu beendigen. Die böse Vorbedeutung, welche in ansogleich aus der Wahl dieses Geschäftführers gezogen harte, be-stätigte sich als richtig. Er wollte in keine Eonferenz sich einlas-sen; Oesterreich, welches bas Mittleramt übernehmen wollte, er-' klärte seinen Beitritt zu der Coalition, sobald sein Heer in Be-reitschaft war, ohne auch nur eine einzige Sitzung verlangt, ohneein einziges Protokoll ausgenommen zn haben. Der Wiener Hofbefolgte damals nun einmal fortwährend dieses System der Un-redlichkeit und des steten Widerspruchs in Handlungen, Wortenund öffentlichen Actenstücken. Der Krieg b,rach wieder los undauf den glänzenden Sieg, den der Kaiser am -rstcu August ,8i^über das von den drei Souverainen commandirte Heer bei Dres-den erfocht, folgten sogleich die Unglncksfalle, welche die schlesi-sche Armee durch Macdonalds Manövres erlitt und der VerlustVandammes in Böhmen. Bei alle dem blieb das Uibergewlchtnoch immer ans Seiten des französischen Heeres, das sich auf die- Festungen Torgau, Wittenberg und Magdeburg stützte. Däne-mark hatte eine Os- und Defensiv - Allianz geschlosst», und sein! Contingent vermehrte die Armee von Hamburg. Jur Ocrvber ver-

^ ließ der Kaiser Dresden, um auf den linken Ufer der Elbe bis

^ Magdeburg zu gchen und so den Feind zu täuschen. Seine eigent-

liche Absicht war, bei Wiltcnberg wieder über die Elbe zu setzen! und auf Berlin los zu gehen. Mehrere Armee - Eorps waren

^ schon in Wittenberg augc kommen, und die Brücken des Feindes

zu Dessau, bereits zerstört, als ein Brief des Königs von Wür«tcmberg meldete, wie der König von Vaiern plötzlich die entgegen-gesetzte Parthci ergriffen habe und die beiden an den Ufern deSj, Inn cantouirendeu österreichischen und bayeeschen Armeen sich ohneI alle vorgäugige Kriegserklärung mit einander vereinigt hätten, s»baß sie nun ein Ganzes, von So,ouo Mann unter den Befehlen^ des General von Wrcde bildeten, welcher »ach dem Rheine vor-rücke — so daß auch er, von dieser Macht bedrängt, genöthtgt ge-wesen sei, sein Evntingent zu dieser Armee stoßen zn lassen, mit-^ hin aber im Kurzen Mann Maynz ciuschließeü wurden, da

die Bayern mir den Oesterreichern gemeinschaftliche Sache gemachthätten. Bei, dieser unerwarteten Nachricht glaubte der Kaiser de»Plan, des Feldzugs, den er seit zwei Monaten entworfen und inGemäßheit dessen er über Festungen und Magazine disponirt hat-te, «bändein zu müssen. Dieser Plan bestand darin, die Ailnrtcn