Druckschrift 
9 (1824)
Entstehung
Seite
16
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zessin Frankreichs Thron eingenommen haben. Die Erzher-zogin Marie Louise bestieg denselben, vermöge einer am iUcnMärz i3,o zu Wien, dnrch die den Erzherzog Karl ertheilte Pro-curation, abgeschlossenen und am darauffolgenden 2tcn April zu Pa-ris vollzogenen Vermählung mit dem Kaiser und es erfüllte diesesErcigniß die Völker von Frankreich und Oesterreich mit der größ-ten Freude. Sobald der Kaiser von Oesterreich zn Wien vernom-men hatte, daß von der Vermählung des Kaisers Napoleon Redesei, gab er seine Verwunderung zn erkennen, daß man an seinHaus noch nicht gedacht habe, indem nämlich nur von einer Russi-schen und einer Sächsischen Prinzessin gesprochen worden war. DerKaiser Franz sprach sich, gegen den Grafen Narboune, damaligenGouverneur von Triest, der zu jener Zeit in Wien war, über denGegenstand aus und das Wiener Cabinett hatte den Fürste»Schwarzenberg, seinen Ambassadeur am Pariser Hose, hierüber eben-falls mit Instructionen versehen. Im Februar 1L10 wurde in denTrillerten ei» Conseil zusammcnberuftn. Der Minister der aus-wärtigen Angelegenheiten theilte darin die Depechen des Ambassa-deurs zu Petersburg, Herzogs von Vicenza mit. Es ging daraushervor, daß der Kaiser Alcrander sehr geneigt sei, seine Schwe-ster, die Großherzogin Anna, dem Kaiser zur Gemahlin zu geben,jedoch großen Werth darauf zn legen scheine, daß ihr die freieAusübung ihrer Religion und eine Kapelle nach griechischem Rituszugcstanden würde. Die Wiener Depechen enthielten die Insinua-tionen und Wünsche dieses Hofes. Es trat eine Meinungsverschie-denheit ein. Die Verbindung mit Rußland, mit Sachsen, mitOesterreich, jede fand ihre Verfechter. Die Stimmenmehrheit desConseils war für die Wahl einer österreichischen Erzherzogin. Dader Prinz Eugen der erste gewesen war, welcher diese Ansichtausgesprochen hatte, so beauftragte ihn der Kaiser, als er um 2 UhrMorgens die Sitzung aufhob, den Fürsten von Schwarzenberg da-von in Kenntniß zu setzerr; er bevollmächtigte zu gleicher Zeit denMinister der auswärtigen Angelegenheiten, noch an demselben Ta»ge die Vermähiungsacte mit dem österreichischen Ambassadeur zuunterzeichnen; und um allen Schwierigkeiten wegen einzelner Ge-genstände hierbei zuvorzukommen, so befahl er ihm, Wort für Wortden nämlichen Cvntract zu unterschreiben, der zwischen Ludwig XVI.und Marie Antoinetten abgeschlossen worden sei. Der Prinz Eu-gen grenz sogleich des Morgens zn dem Fürsten von Schwarzen-berg und noch an dem nämlichen Tage wurde der Cvntract voll-zogen. Der Courier, welcher mit dieser Nachricht an den Kaiser«vn Oesterreich Meng, überraschte diesen ihn sehr angenehm. Diebe-