OZO Vierhundert und aehtlittdnennzijifte Vacht.
und küßte die Erde vor ihm. Da sagte der Löwe: „Wie heißt du, blödsinniges Thier,und wie so kommst du hierher und was springst du so?" Der Esel antwortete: „OPrinz! ich heiße Esel und komme bierber aus Furcht vor den Menschen. Denn derMensch ist ein Unheil von den allergrößten, ein wahres Verderben der Tbiere." —„Fürchtest du, daß ein Mensch dich tödte oder zerreiße?" — „Bei Gott, o Prinz! ichfürchte weder von ihm getödtet, noch zerrissen zu werden; aber er gebraucht List, umaus mir zu reiten und mich zu beladen. Da hat er Etwas, das er Decke nennt, daslegt er auf meinen Rücken, dann hat er so ein Leder, das er Gurte nennt, damit umgürtcter mich, dann bat er Etwas zum Sitzen, von ihm Sattel genannt, und einen Riemen,den er unter meinen Schweif legt; auch steckt er mir ein Stück Eisen, das er Zaum nennt,in den Mund, und so muß ich dann laufen und schleppen und tragen über meine Kräfte;stolpere ich, so schmäht er mich, schreie ich, so flucht er, und gehe ich ein wenig znlangsam, so schlägt er mir die Rippen auf, und wenn ich alt werde, so macht er mirso einen groben, hölzernen Sattel, und Groß und Klein beladet mich mit Wasserschläuchenund Mistkörben. So lebe ich bei den Menschen in Mühseligkeit und Elend undErniedrigung, bis ich sterbe, da wirft man mich auf einen Schutthaufen den Hundenzur Speise hin. Gibt es wohl eine größere Qual, als die meinige?"
„Als ich," fuhr die Eute fort, „diese Worte des Esels hörte, ergriff mich ein furchtbarerSchauder und eine noch größere Furcht vor den Menschen. Auch der junge Löwe warüber diese Rede erstaunt und sagte mir: „Bei Gott! der Esel bat Ursache, den Menschenzn fürchten." Er fragte daun den Esel, wo er hingebe? „O Prinz!" antwortete derEsel, „ich stiebe von bier so schnell als ich kann, denn ich babe vor Sonnenaufgang in derFerne einen Menschen erblickt." Während dieses Gesprächs, als gerade der Esel wiedervon uns Abschied nehmen wollte, entdeckten wir einen dichten Staub, der Esel schrielaut auf und blickte nach dem Staube hin und stampfte mit den Füßen. Ans einmalkam unter dem Staube ein schönes Pferd hervor, das scheu und schüchtern umhcrlicf.Als eS in die Nähe des Löwen kam, empfing er es mit Achtung und fragte: „Wieist dein Name, vereintes Thier, und warum irrst du so umher?" Das Pferd antwortete:„O Löwe des Glaubens! man nennt mich Pferd und ich bin hier auf der Flucht vorMenschen." Der Löwe rief ganz erstaun:: „Bei Gott, wunderbar! was sagst du mirda, deine Worte zerschneiden mir das Herz, du bist ja so stark, so groß und so dick,und doch fürchtest du dich vor den Menschen? Ich wünschte sehr, einem Menschen z»begegnen, ich hoffe, mich an seinem Fleische zu sättigen und an scincni Blute meinenDurst zu stillen, um dieser schwachen, zitternden Ente Rübe zu verschaffen; nun aber