Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
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900
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000 Vierhundert und zweiundneuuzigste Nacht

Seine Mutter sagte:Mein Sohn, ich werde Verlangen nach dir haben und ängstlich

um dich seyn." Djaudar erwiderte aber:Wen Gott beschützt, dem stößt nichtsUebles zu; auch ist Abd Assamd ein guter Mann."Gott neige sein Herz dirzu," rief seine Mutter seufzend;geh mit ihm, mein Sohn!" Djaudar nahm vonihr Abschied und ging wieder zu Abd Assamd, der ihn auf einem Maulesel reitenließ. Nachdem sie von Mittags bis Abends mit einander geritten waren, ward Djaudarhungrig und sah mit Bedauern, daß Abd Assamd nichts zu essen, noch zu trinken beisich führte. Er sagte ihm:Mein Herr, es scheint, du hast Mundvorrath vergessen."Bist du hungrig?"O ja." Da stieg Abd Assamd von seinem Maulesel abund sagte zu Djaudar, der auch absticg:Nimm den Quersack herunter." Djaudarnahm ihn vom Esel. Da fragte Abd Assamd:Was wünschest du, mein Freund?"Mir ist Alles recht."Ich beschwöre dich bei Gott, sage, was du essen willst!"Brod und Käse."Armer Mann, Brod und Käse ist eine zu geringe Kost für dich,fordere etwas Besseres! ißt du gerne Reis mit Honig und gebackene Hühner?"Allerdings." Abd Assamd fragte ihn dann noch über vierundzwanzig Speisen, ober sie gerne esse, so daß Djaudar dachte: der Mann ist toll, woher will er alles diesschaffen? er hat ja keine Küche und keinen Koch, und verdrießlich sagte er:Es istgenug, mein Herr, du machst mir ja nur Lust und ich sehe doch nichts." Abd Assamdantwortete hierauf:Willkommen Djaudar!" steckte seine Hand in den Sack, zogeinen goldenen Teller mit zwei gebratenen Hühnern heraus, dann streckte er die Handwieder hinein und holte so vierundzwanzig goldene Teller mit verschiedenen Speisenheraus. Djaudar rief erstaunt:Du hast in diesem Sack Köche und eine Kücheverborgen." Abd Assamd sagte lachend:In diesem Sacke wohnt ein Diener, deruns jede Stunde tausend Gerichte bringt, wenn wir sie wollen." Sie aßen nun bis siesatt waren. Abd Assamd warf daö Uebrige weg, legte die Schüsseln wieder leer inden Sack und holte einen vollen Wasserkrug heraus; sie tranken, wuschen sich undbeteten; dann luden sie den Sack mit den zwei Büchsen wieder auf den Esel und rittenweiter. Abd Assamd fragte dann Djaudar:Weißt du wohl, wie weit wir seit

Mittag gekommen?"Das weiß ich nicht."Bei Gott, wir haben einen Wegvon einem Monate zurückgelegt, zwar geht ein Maulesel, der einem Geiste gehorcht,jeden Tag ein Jahr weit, aber dir zu lieb lasse ich ihn langsam gehen." BeiSonnenuntergang hielten sie wieder stille, Abd Assamd holte das Nachtessen aus demQuersack und des Morgens wieder das Frühstück ; so reisten sie immer gen Westen, vierTage lang, den ganzen Tag und die Hälfte der Nacht.