Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
892
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892 Vierhundert und neunzigste Nacht.

und verwünschte sic. Djaudar sagte:Laß sie seyn, Gott wird ihnen ihre Handlungenvergelten, wir haben lange Prozeß geführt, bis wir Alle verarmten: soll ich jetztdeinetwillen einen neue» Prozeß anfangcn? Das wird zu nichts führen; bleibe du beimir und ich lasse dir den Laib Brod, den ich essen wollte: Gott wird mir deinetwillenhelfen und mir Nahrung verschaffen. Djaudar kaufte sich ein Netz und fischte jedenTag bald für zwanzig, bald für dreißig Drachmen Fische, dafür kaufte er zu essen fürsich und seine Mutter und lebte recht vergnügt. Seine Brüder trieben aber keinHandwerk und keinen Handel, verschwendeten bald, was sie von ihrer Mutter genommen,und liefen nackt und hungrig als gemeine Bettler umher. Eines Tages, als Djaudarfischte, kamen sie zu ihrer Mutter und klagten ihr ihre Noth. Da einer Mutter Herzimmer weich ist, gab sie ihnen das Brod, das sie hatte, und sagte:Esset geschwind

und gehet wieder, ehe euer Bruder Djaudar zurückkommt, daß er mir nicht bösewerde." Sie gingen und kehrten am folgenden Tage wieder; ihre Mutter gab ihnenwieder zu essen, und so kamen sie oft, bis eines Tages, als sie gerade aßen, Djaudarznrnckkehrte. Die Alte ward verlegen, als Djaudar in's Zimmer trat; er aber warfreundlich gegen seine Brüder, hieß sie willkommen, umarmte sie und machte ihnenBorwürfe, daß sic ihn so lange nicht besucht. Sie sagten:Bei Gott, wir hattenschon viele Sehnsucht nach dir, aber wir schämten uns, zu kommen, wegen dessen, waszwischen uns vorgefallen. Wir bereuen schon längst unsre Handlungsweise und erkennensie als ein Werk des Satans, den Gott verdamme. Was haben wir denn auf derWelt außer dir und unserer Mutter?" Auch die Alte sagte zu Djaudar:MeinSobn, sey cdelmüthig! Gott lasse dein Gesicht hell strahlen und vermehre dein Wohl!"Djaudar lud seine Brüder ein, bei ihm zu bleiben und Gottes Segen mit ihm zugenießen. Sic übernachteten bei ihm und frühstückten am andern Morgen.

Der Tag unterbrach die Erzäblnng, welche in der nächsten Nacht von Schehersadfolgendermaßen fortgesetzt wurde: