Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
885
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Vierhundert und iiouuundachtzigste Nacht. HFH

mich ihr, grüßte sie und überreichte ihr Djubeirs Brief. Als sie ihn gelesen und

verstanden hatte, sagte sie lachend:Ein Dichter hat gesagt:

»Ich fasse Muth und warte mit Geduld, bis wieder ein Bote von dir zumir kömmt."

Nun, Jbn Mansur, ich will ihm antworten, damit er dir gebe, was er dir

versprochen." Sie ließ sich von einer Sklavin Dinte und Papier bringen und schrieb

folgende Verse:

Warum habt Ihr mich verlassen, als ich Euch treu war? Warum wäret

Ihr ungerecht, als ich gerecht war? Ihr allein habt die Trennung gewollt, alsich sorgsam die Liebe pflegte und Eure Ehre schonte. Nun habe ich mit eigenen

Augen gesehen und auch von Andern gehört, was mir an Euch mißfällt. Sollich mich erniedrigen und Euch länger verehren? Wahrlich, hättet Ihr michgeehrt, so wäret Ihr nie aus meinem Herzen gewichen."

Ich sagte:Bei Gott! meine Herrin, dieser Brief wird ihm den Tod geben."Ich zerriß ihn und bat sie, andere Verse zu schreiben. Sie schrieb:

Ich bin getröstet und der Schlaf ergötzt mein Aug' wieder, denn die

Tadler haben mir Alles berichtet; mein Herz hat Euch nun vergessen und meine

Augeulicdcr wollen nicht länger wachen."

Ich sagte:Bei Gott! meine Herrin, sobald er diese Verse zu Gesichte bekömmt,wird die Seele aus seinem Körper entfliehen." Sie versetzte:Nun, Jbn Mansur,ist cs weit genug gekommen." Sie ließ sich dann wieder Dinte und Papier reichenund schrieb mit Thräncn im Auge einen Brief, wie ihn Niemand im Divane zuschreiben im Stande wäre. Es waren auch folgende Verse darin:

Wie lange noch so hochmüthig und so ungerecht? Solltest du geheilt sepn,während mein Herz mächtig pocht? Habe ich, ohne es zu wissen, gefehlt, sosage mir, was war mein Vergehen? Du bist mir theurer, als der Schlafmeinen Augen; mit dir habe ich den Licbeskelch geleert: siehst du mich betrunken,so tadle mich nicht."

Als Bedur geschrieben hatte, versiegelte sie den Brief und sagte:Dieser Briefmuß jeden Kranke» heilen." Ich nahm den Brief und ging damit fort; da rief siemir noch nach:Sage ihm, ich werde diesen Abend sein Gast seyn." Ich freute michsehr und eilte zu Djubeir, dessen Augen stets nach der Thüre gerichtet waren, weiler eine Antwort erwartete. Sobald er den Brief gelesen hatte, schrie er laut auf undfiel in Ohnmacht. Als er wieder zu sich kam, sagte er:O Jbn Mansur! hat