Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
883
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Vierhundert und ncunundiichtzigfle Vacht.

Bedur fuhr dann fort:O Jbn Mansnr! es vergeht kein Tag und keine Nachtüber Etwas, ohne daß eine Veränderung damit vorgehe." Sie hob dann ihr Ang' genHimmel und sprach:Mein Gott und mein Herr! verpflanze die Liebe, die ich fürDjubeir fühle, in sein Herz." Hierauf verließ ich sie und ging zum Stattbalter vonBaßra, der von der Jagd zurück war, machte mein Geschäft mit ihm ab und kehrtewieder nach Bagdad zurück. Als ich im folgenden Jahre wieder nach Baßra kam undnach vollendetem Geschäfte schon wieder nach Bagdad znrückreisen wollte, dachte ich:bei Gott! ich will doch einmal sehen, was zwischen Bedur und ihrem Geliebten sichereignet hat; ich ging nach ihrem Hause, da fand ich vor der Thürc rein gekehrt undgespritzt, ich sah schone Teppiche und eine Menge Diener, und dachte: gewiß hatder Gram das Mädchen getödtet, und nun wohnt irgend ein Emir in ihrem Hause.Ich ging weg und begab mich nach Djubeirs Wohnung, da fand ich Alles zerstörtund kein Diener war an der Thüre; ich dachte: der ist gewiß auch gestorben, blieb eineWeile au der Thürc stehen und sprach folgende Traucrverse:

,,O meine Freunde! sie sind dahin und mein Herz folgt ihnen; v kehrten sicdoch wieder, das wäre ein Festtag für uns. Ich stehe vor eurer Wohnung undklage und weine; mit mir weinen die Ruine» des Hauses, wenn ich sic frage,wo sind die, welche so selig in euren Mauer» waren?»

Während ich so die Bewohner dieses Hauses betrauerte, trat ein schwarzer Sklavezu mir heraus und sagte:O hätte dich deine Mutter doch nie geboren! was betrauerstdu dieses Haus so?" Ich antwortete:Es gehörte einem meiner Freunde."Wie

hieß er denn?"Djubeir; sage, was ist ihm denn geschehen?"Er ist ganzwohl, nur hat ihn Gott mit der Liebe eines Mädchens hcimgesncht, welches Bedurheißt, und die Liebe hat ihn in einen harten Felsenstcin verwandelt; wen» er hungert,fordert er nicht zu essen, und wenn er dürstet, sagt er nicht: gebt mir zu trinken."Fragtihn einmal, ob ich ihn besuchen darf."Mein Herr! willst du einen verständigenMann oder einen Verrückten besuchen?"Ich muß jedenfalls zu ihm." Der Sklaveführte mich zu Djubeir, ich redete ihn an, er blieb aber wie ein Stein und sprachkein Wort. Eine seiner Sklavinnen sagte mir dann:Rede ihn in Versen an, sonstwird er dir nicht antworten." Ich richtete folgenden Vers an ihn:

Hast du Bcdn es Liebe vergessen, oder thust du dir Gewalt an? Durchwachstdu deine Nächte, oder schläft dein Aug'?"

Da öffnete er seine Augen, hieß mich willkommen und sagte:Nun ist der Scherz

Ernst geworden." Ich sagte:Mein Herr! bedarfst du mein?" Er antwortete:Ich