Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
878
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Vierhundert und achtundachtzigste Nacht.

Masrurging hinaus, kehrte wieder zurück und sagte:Ali, der Sohn Mansursaus Damaskus, ist an der Thüre." Der Chalif sagte:Bring' mir ihn her!" Aligrüßte den Chalifen. Dieser erwiderte ihm seinen Gruß und sagte:O Sohn

Mansurs! erzähle mir doch eine deiner Geschichten." Ali fragte:Soll ich etwasUel'crlicfertcs erzählen, oder Etwas, das ich mit Augen gesehen?" Der Chalifantwortete:Erzähle lieber was du selbst gesehen, denn etwas Anderes ist, was mangehört hat, und etwas Anderes, was man mit eigenen Augen sieht." Da erzählte Ali!

Wisse, ich habe jedes Jahr ein Geschäft mit Mohammed, dem Sohne Suleimans,Statthalter von Vaßra, abzuthun. Als ich einst nach meiner Gewohnheit zu ihm reiste,fand ich ihn bereit, auf die Jagd zu reiten; er lud mich ein, mit ihm zu reiten, ichsagte aber, daß ich ihm nicht folgen könne, und bat ihn, mich in dem für Gästebestimmten Hause zu lassen; er empfahl mich dem Verwalter, der mich mit vielerAuszeichnung bcwirthcte. Da dachte ich: Bei Gott! wunderbar; ich komme nun schonso lange nach Vaßra und kenne nichts als das Schloß des Statthalters und den Garten;wann werde ich so gut Zeit haben wie jetzt, umhcrzugchen und die Stadt zu sehen?Ich zog daher meine schönste» Kleider an und ging allein in der Stadt herum, und duweißt, o Fürst der Gläubigen, daß Baßra siebenzig Quartiere hat, jedes mehrereMeilen groß; ich verirrte mich bald und ward durstig. Auf einmal kam ich vor einegroße Thüre mit zwei messingenen Ringen und einem rothen Vorhänge, vor welcher einpaar Bänke, von Neben umschattet, standen. Ich setzte mich vor diese Thüre undhörte eine zitternde Stimme auö einer traurigen Brust folgende Verse recitiren:

Warum soll ich schuldlos durch Trennung verderben? Nie war ich dirungehorsam, nie brach ich den Licbcsbuud, deine Nähe war stets mein höchstesGlück."

Ich dachte: ich möchte wohl mit meinen Augen die Person sehen, die eine soschöne Stimme hat. Ich näherte mich der Thüre und hob den Vorhang auf; da sabich ein weißes Mädchen, schön wie der Mond, mit Augen und Hals, wie die einerGazelle, Lippen wie Koralle». Ihr Mund glich Salomo ns Siegelring, ihre Zähneden klarsten Perlen.

Als das Mädchen mich erblickte, sagte es ihrer Sklavin:Sieh, wer an der

Thüre ist." Die Sklavin kam zu mir und sagte:O alter Mann! schämst du dichnicht, mit deinem grauen Haare in ein fremdes Haus einzudringen, um anderer LeuteFrauen zu sehen?" Ich antwortete:Entschuldige mich, ich bin hier fremd und sterbebald vor Durst."