Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
870
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Vierhundert und serhsundachtzigste Vacht.

blickte eine Weile darauf hin, hob dann den Kopf in die Höhe und sagte:Du lugst,Hund! Du bist ein Christ, heißt Bersum und hast ein ganz anderes Geschäft vor;sage nur die Wahrheit oder, bei der Majestät des Herrn, ich lasse dir den Halsabschlagen." Der Christ kam in Verlegenheit, und alle Anwesenden sagten:Unser

König kann wahrsagen." Sie forderte dann den Christen noch einmal auf, die Wahrheitzu gestehen, und er sagte:Gnade, o König, ich bin ein Christ."

Sumurd befahl ihren Dienern, ihm dieHaut abznziehen, ihn mit Stroh auszustopfenund an das Thor der Rennbahn aufzuhängen; dann sollte er außerhalb der Stadtverbrannt, in eine Grube geworfen und mit allerlei Nnrath bedeckt werden. Als diesim Angesichte aller Leute geschah, sagten sie:Das ist Recht, wie schlecht ist ihm der

Bissen bekommen." Ein Anderer sagte:Der wird in seinem Leben keinen Reis mehr

essen." Niemand wagte sich dann mehr an den Platz, wo diese Schüssel stand, undbald darauf gingen alle Leute auseinander. Am dritten Neumonde wurde der Tischwieder gedeckt und mit allerlei Speisen beladen; Sumurd saß wieder auf ihremThron und die Truppen standen wie gewöhnlich vor ihr. Die Bewohner der Stadt

setzten sich um den Tisch herum, Mehrere betrachteten die Stelle, wo die Reisschiissel

stand, und Einer ^agte zum Andern:Hüte dich wohl, davon zu essen, du wirst sonstgehängt." Als alle Leute den Wink Sumurds erwarteten, um die Mahlzeit zubeginnen, sah sie von ihrem Throne herab einen Mann herbeikommen: und siche da,cs war der Kurde, der sie gestohlen und den Soldaten umgebracht hatte. Dieser Kurdeging nämlich, als er seine Mutter verließ, zu seinen Kameraden zurück und sagte ihnen:Ich habe gestern Abend reichen Gewinn gemacht: ich habe einen Soldaten gctödtetund sein Pferd genommen, und noch in der Nacht einen Sack mit Gold erhalten undein Mädchen, das auch so viel Werth ist; ich habe Alles in der Höhle bei meinerMutter." Seine Freunde gingen gegen Ende des Tages ihm freudig in die Höhlenach, fanden aber die Höhle ganz leer; er fragte seine Mutter, wo die Beute hingekommen?und sie erzählte ihm, was vorgefallen. Da nagte er an seinen Händen vor Reue undsagte:Bei Gott! ich werde dieser Dirne nachsetzen und sie ergreifen und wäre siein der Schale einer Pistazie verborgen." So reiste er dann umher, bis er in dieseStadt kam, und da er in der ganzen Stadt keinen einzigen Mann fand, so erkundigteer sich darüber bei den Frauen, welche an dem Fenster waren; und als man ihmsagte, daß jeden Neumond alle Männer beim König speisen, ließ er sich die Rennbahnzeigen und eilte dahin. Er fand keinen leeren Platz mehr als den, wo der Reisaufgestellt war; er setzte sich dahin und streckte die Hand darnach aus; da riefen ihm